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40 Jahre Haus am Park: „Tölz kann sich glücklich schätzen“

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„Danke, dass wir uns wohlfühlen dürfen“, sagte Bewohnervertreterin Gertraud Simon (re.) beim Festakt im Haus am Park.
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Seit 40 Jahren gibt es das „Haus am Park“ in Bad Tölz. Der runde Geburtstag des Altenheims wurde gebührend gefeiert.

Bad Tölz – Der ehemalige Tölzer Pfarrer Klaus Krug war vor 40 Jahren dabei, als das „Haus am Park“ eröffnet wurde. Unterstützt vom damaligen Ministerpräsidenten Alfons Goppel segnete er das Senioren-Wohnheim. Beim Festakt am Samstag war Krug wieder dabei und hielt eine launige Rede: „Wir haben damals gute Arbeit geleistet“, stellte er schmunzelnd fest. Aus dem „Haus am Park“ sei „etwas sehr, sehr Gutes“ geworden, und es sei sogar in die Liste der 850 besten Altenheime in Deutschland aufgenommen worden. „Ich habe mich auch angemeldet“, sagte Krug. „Ich bin jetzt 85 Jahre alt und freue mich, dass ich in 20, 30 Jahren bei ihnen einziehen kann.“

Der Festakt war ganz auf die Bewohner zugeschnitten. Das Duo Caprice sorgte für die musikalische Umrahmung. Außerdem hatten die Verantwortlichen einen Leierkastenspieler und einen Schnellzeichner engagiert. Und an der unendlich langen Kuchentheke war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

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Zunächst drehte sich aber alles um die Fest-Ansprachen. Ulrike Bomhard, Senioren-Beauftragte der Stadt Bad Tölz, blickte auf die Anfänge zurück. Das Gebäude sollte ursprünglich als Reha-Zentrum dienen. Doch dieser Plan habe sich nicht verwirklichen lassen. Ehe das Rote Kreuz das Gebäude übernahm, sei es lange leer gestanden. Mit 68 Einzelzimmern, 42 Doppelzimmern und 20 Pflegeplätzen sei es zukunftsweisend geplant und gebaut worden. Heute werde viel zusätzlich angeboten – vom Gedächtnis-Training bis zur Sturz-Prophylaxe und von einer Bibliothek bis hin zu Ausflügen. Bomhard: „Die Stadt kann sich glücklich schätzen, solch ein gutes Haus am Ort zu haben.“

Einrichtungsleiterin Anke Bimschas würdigte in ihrer Rede ihre Mitarbeiter: „Ich habe den höchsten Respekt vor jeder und jedem einzelnen von ihnen.“ Zugleich fand sie aber auch einige kritische Worte. Seit 40 Jahren versorgen die Mitarbeiter die in der Einrichtung lebenden Menschen „fürsorglich und mit großem Einsatz – trotz einem aus meiner Sicht unzureichenden politischen Willen, die Situation in den Pflegeberufen zu verändern“. Bimschas appellierte: „Wir brauchen Unterstützung. Von ihnen allen, von der Gesellschaft. Erst wenn die Gesellschaft erkennt – und anerkennt – um welche Werte wir ringen, werden sich die Rahmenbedingungen für uns ändern.“

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Gertraud Simon, Vorsitzende der Bewohnervertretung, bedankte sich bei den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, die die „Seele des Hauses“ seien: „Sie sorgen dafür, dass wir uns wohlfühlen dürfen. Und sie sind an unserer Seite, wenn die Kräfte mal ganz versagen. Dieses Lob kann man gar nicht laut genug aussprechen.“ Ein paar Kritikpunkte fand auch sie. Etliche Male habe es im Atrium ein nächtliches Hochwasser gegeben: „Da habe ich schon gedacht, die Bauleitung hat unser kleines Haus vergessen.“ Zudem sei die Eingangstüre lange Zeit in einem mangelhaften Zustand gewesen, was die Rollstuhl- und Rollatorfahrer zur Verzweiflung getrieben habe.

Doch manchmal will gut Ding Weile haben. Simon zitierte aus einem Protokoll aus dem Jahr 1983, in dem die Bewohnervertretung um Verkehrsberuhigung und einen sicheren Übergang über die Buchener Straße bittet. Die Polizei habe sich nicht zuständig gefühlt, die Stadt habe den Fall an das Landratsamt überwiesen. Von dort kam die Antwort, dass ohnehin ein Umbau des Berliner Platzes geplant sei.

Bis zum tatsächlichen Umbau seien schließlich 34 Jahre vergangen, erst 2017 war es soweit. Simon dazu: „Manche Dinge lösen sich sehr, sehr spät, manche nie. Aber davon wollen wir uns die Freude am Feiern nicht vergällen lassen.“

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