Neubau am AWO-Seniorenzentrum in Penzberg eingeweiht

„Eine große Bereicherung für Penzberg und für den Landkreis“

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Zur Eröffnung des Neubaus am AWO-Seniorenzentrum in Penzberg kamen zahlreiche Gäste.
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Mit einem Festakt wurde am Dienstag der neue große Pflegetrakt am Penzberger AWO-Seniorenzentrum eröffnet – und damit rund drei Monate später als geplant. Einziehen können die Bewohner aber voraussichtlich erst in einigen Monaten. Dann soll auch die Sanierung der Bestandsgebäude weiter gehen.

Neubau bietet Platz für 83 Bewohner

Penzberg – 63 Pflegezimmer mit 83 Plätzen für einen oder zwei Bewohner sowie ein Ausweichzimmer haben Platz gefunden in dem dreigeschossigen Neubau an der Gartenstraße. Im dritten Obergeschoss befinden sich auf Anregung der Stadt zusätzlich zehn Appartements, die für Betreutes Wohnen vorgesehen sind.

Was diesen Neubau betrifft, so sei er „eine große Bereicherung für Penzberg und auch für den ganzen Landkreis“, sagte der stellvertretende Landrat Wolfgang Taffertshofer bei der Eröffnungsfeier des Gebäudes, zu der zahlreiche Vertreter der Stadt, des Bezirks sowie der zuständigen Fachplaner gekommen waren. Ebenso Vertreter des Bauherrn, der Thomas-Wimmer-Stiftung (TWS), und des Betreibers, der AWO München-Stadt.

In dem neuen Gebäude „sollen sich die Bewohner geborgen und gut betreut fühlen“, wünschte sich Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan.

Bei einer Führung durch den Neubau konnten sich die Festgäste auch die neuen Einzelzimmer ansehen.

Eigentlich, so erinnerte TWS-Vorsitzender Jürgen Salzhuber, hätte der Neubau bereits im Mai fertig sein sollen. Doch beim Aushub stießen die Bauarbeiter auf massiven Fels. Dies verzögerte die Arbeiten. Auch die Kosten stiegen dadurch.

Dabei stand der Bauherr von Anfang an unter Zeitdruck. Denn ursprünglich hieß es, bis Ende 2022 müssten die Umbauarbeiten im bestehenden Hauptgebäude abgeschlossen sein. Im Nebentrakt ist dies bereits 2020 geschehen. Die Landkreis-Heimaufsicht hatte diese Frist gesetzt. Es drohte der Verlust der Betriebserlaubnis. Der Umbau kann aber erst beginnen, wenn die Bewohner in den neuen Pflegetrakt umziehen können. Das werde voraussichtlich in rund drei Monaten soweit sein, wie Karin Sporrer, Sprecherin des AWO-Kreisverbands München-Stadt auf Nachfrage sagte. Es gäbe noch Restarbeiten zu erledigen. Bezüglich der von der Landkreis-Heimaufsicht auferlegten Frist gebe es keine Probleme, versicherte Sporrer.

Im Bestandsgebäude soll eine Station für „Junge Pflege“ entstehen

Zusätzlich zur Sanierung soll im ersten Obergeschoss des Bestandsgebäudes laut Salzhuber auch eine Station für „Junge Pflege“ entstehen. Hier sollen junge Erwachsene betreut werden, die zum Beispiel nach einem Freizeit- oder Verkehrsunfall pflegebedürftig sind. 22 Plätze sind vorgesehen, sagte Salzhuber.

Im dritten Obergeschoss des Bestandsgebäudes soll eine kleine Tagespflege mit zehn Plätzen eingerichtet werden. Dafür hat die Stadt Penzberg Bedarf angemeldet.

Wie Salzhuber sagte, müsse auch das altehrwürdige Pfründnerhaus saniert werden. Dies solle aber möglichst „sanft“ geschehen. Hier sollen gerontopsychiatrische Wohngruppen entstehen. Der Beginn für diesen Bauabschnitt steht laut AWO-Sprecherin Sporrer aber noch nicht fest. Für den Umbau des Pfründnerbaus läuft die Frist der Heimaufsicht bis Ende 2024.

Kostensteigerung wegen Problemen mit dem Untergrund

Für Neu- und Umbau der Einrichtung beträgt das Kostenvolumen für die Thomas-Wimmer-Stiftung als Eigentümerin 17,4 Millionen Euro, so Salzhuber. Ursprünglich war mit 16,6 Millionen Euro kalkuliert worden. Allein für den Neubau seien ursprünglich 13,9 Millionen Euro veranschlagt worden, so Salzhuber. Durch Kostensteigerungen – unter anderem wegen des felsigen Untergrunds – werde jetzt aber eine Summe von 14,7 Millionen Euro benötigt. Die Stadt Penzberg bezuschusse das Betreute Wohnen mit 200 000 Euro.

Fachkräftemangel ist enormes Problem

Für die Modernisierung des Bestands wurden von den geplanten 2,7 Millionen Euro bereits 660 000 Euro für die Sanierung der Zimmer im Nebentrakt ausgegeben. Nach Fertigstellung von Neu- und Umbau werde das Haus über 132 Pflegezimmer mit 164 Pflegeplätzen verfügen, so Salzhuber. 120 Mitarbeiter sollen dann hier beschäftigt werden. Doch die Personal-Situation sei derzeit sehr schwierig. „Wir haben große Schwierigkeiten Fachkräfte zu finden“, klagte Salzhuber. Dringend brauche man Wohnraum für Mitarbeiter – ein Problem, um dessen Lösung sich auch die Stadt bemühe, wie Bürgermeister Korpan versicherte.

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