VonPauline Zappschließen
Werbung fürs eigene Instagram-Profil machen, ein witziges Video teilen oder als Firma potenzielle Azubis begeistern: Dank eines Schülerunternehmens ist das ganz einfach möglich – per T-Shirt.
Freising – Im vergangenen Jahr startete eine Gruppe Elftklässler des Camerloher-Gymnasiums im Rahmen ihres P-Seminars das Vorhaben, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Unter der Leitung von Lehrerin Katrin Westermeier durften die elf Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden, welche Art von Unternehmen sie gründen wollen. „Uns war schnell klar, dass wir Kleidungsstücke verkaufen möchten“, erzählt Schülerin Aleyna.
Schließlich fiel die Wahl auf personalisierte T-Shirts. Seine individuelle Note kann der Käufer dem Shirt durch einen QR-Code verleihen. Daran angelehnt ist auch „QRazy“, der Name des Schülerunternehmens. „Wer bei uns ein T-Shirt kauft, kann sich selber einen Link suchen, zu dem der eigene QR-Code führt“, erklärt Schüler Sammuel. Der QR-Code wird dann auf das Kleidungsstück gedruckt. Scannt man den Code mit der Handy-Kamera, landet man automatisch auf der hinterlegten Internetseite. So kann beispielsweise ein lustiges Video verlinkt werden. Die Shirts können aber auch einen sehr sinnvollen Nutzen haben, wie Aleyna erklärt. „Unternehmen können beispielsweise auf Berufsmessen unsere T-Shirts tragen, um Auszubildende anzuwerben. Der QR-Code führt dann zur Webseite der Firma.“
Die T-Shirts mit QR-Code
gibt es unter qrazy-scanme.de für 18 Euro (einseitiger Druck) oder 20 Euro (beidseitiger Druck) zu kaufen.
Dass die T-Shirts mittlerweile im freien Verkauf sind, daran haben die jungen Erwachsenen lange gearbeitet. „Wir sind auf einige Herausforderungen gestoßen“, so Sammuel. Alleine die Kontoeröffnung sei kompliziert gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Schüler volljährig war. „Da sind wir dann zu dritt zur Bank gefahren und mussten alle unsere Eltern mitbringen. Das war sehr zeitintensiv, bis jeder alle Formulare unterschrieben hatte“, erinnert sich Aleyna mit einem Schmunzeln.
Für die weitere Arbeit haben sich die Schüler verschiedenen Aufgabenbereichen zugeteilt. Während Aleyna und Sammuel zum Vorstand bestimmt wurden, kümmerten sich andere beispielsweise um die Finanzen, das Marketing oder die Produktion. Letztere wurde in Zusammenarbeit mit der Isar-Sempt-Werkstatt der Lebenshilfe Erding realisiert – einer Werkstatt, in der viele Menschen mit Behinderung arbeiten. Seit September gibt es die T-Shirts online zu kaufen. Die Schüler, die mittlerweile in der zwölften Klasse sind, verkaufen ihre Produkte zusätzlich beim Pausenverkauf am Camerloher-Gymnasium. Auch Staatsminister Florian Herrmann und MdL Johannes Becher haben die Schüler ihr Konzept vorgestellt.
Bis Mitte Dezember kann man die Shirts noch kaufen, dann wird das Schülerunternehmen aufgelöst. Die Einnahmen spendet das Team von „QRazy“ an die gemeinnützige Organisation „Make a wish“, die kranken Kindern lebensverändernde Wünsche erfüllt. „Auch wenn wir bislang noch keine riesige Geldsumme zusammenbekommen haben, freuen wir uns über jeden Euro, den wir am Ende spenden können“, sagt Aleyna abschließend.
