Corona Krise

Kontaktlos einkaufen auf dem Bauernhof

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Schnell-Abhol-Service am Thomahof in Königsdorf. Kunden müssen vorher schriftlich bestellen.
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Die Hofläden im Landkreis versorgen die Menschen auch in der aktuellen Corona-Situation weiter mit selbsterzeugten und regionalen Produkten. Dafür gibt es jedoch einige Schutzmaßnahmen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ihr Sortiment umfasst meist nur das Notwendigste, was der Mensch zum Leben braucht, aber das in bester Qualität – und vor allem regional erzeugt. Deshalb sind Hofläden auch in Zeiten der Coronakrise gefragt. Doch die Kunden müssen Geduld aufbringen. In der Regel dürfen nur maximal zwei Leute in die kleinen Läden, die den aktuellen Herausforderungen auf unterschiedliche Weise begegnen. Ein Überblick.

Hofmetzgerei Fischer, Wackersberg

Jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr öffnet Alexandra Fischer von der Hofmetzgerei Fischer in Wackersberg die Klappen ihres Verkaufswagens, mit dem sie sonst auf den Bauernmärkten in München und Bad Tölz unterwegs ist, auf ihrem Hof in Wackersberg. Im Angebot sind Schweine- und Kalbfleisch, diverse Wurstsorten und Käse aus dem Allgäu. Verkauft werde derzeit mit besonders wenig Kontakt. „Aber das funktioniert gut“, hat Fischer auf ihren Marktbesuchen festgestellt. „Die Leute sind vernünftig und halten in der Warteschlange Abstand.“

Grundnerhof,
Lenggries

Ohne Einschränkungen läuft der Verkauf am Grundnerhof in Lenggries. Von Dienstag bis Freitag, jeweils von 6 bis 12 Uhr, bietet der Direktvermarkter Salami, Rinderbratwurst, Streichwurst, Preßsack, Hirschknacker und andere Wurstwaren „solange der Vorrat reicht“ sowie individuell zusammengestellte „Grillpakete“ im Hofladen an. Darüber hinaus öffne man auch „nach Vereinbarung“, sagt Elisabeth Heiß.

Ohne Einschränkungen läuft der Verkauf auf dem Grundnerhof Lenggries. Das Bild zeigt Elisabeth Heiß und Metzgermeister Franz Adlwarth.

Ziegenhof Filgerts- hofer, Lenggries

Überwiegend Produkte von den eigenen Tieren bietet der Ziegenhof Filgertshofer in Lenggries, wo derzeit offenbar kein Gedränge herrscht. „Es ist extrem wenig los. Ich frage mich, wo die Leute im Augenblick einkaufen“, wundert sich Leo Filgertshofer. Im Angebot sei „ab sofort wieder frisches Milchkitz-Ziegenfleisch“. Ansonsten umfasst das Sortiment Milch und Molke, festen „Edelziege“ und die „Kräuterziege“, einen halbfesten Schnittkäse, Eier sowie andere regionale Produkte. Geöffnet ist der Hofladen von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr.

Klostergut Schlehdorf

Das Hofcafé bleibt bis auf Weiteres geschlossen, aber der Hofladen des Klosterguts in Schlehdorf sei „vorerst normal geöffnet“, sagt Birgit Jocher. Dienstags von 15 bis 17.30 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr können sich die Kunden mit frischem Salat und Gemüse eindecken. „Eier sind gerade schwerer zu kriegen, aber ansonsten ist ausreichend vorhanden – auch Toilettenpapier“, betont Jocher schmunzelnd. Gefühlt kämen derzeit mehr Kunden. Die müssen sich – wie in den meisten Hofläden – etwas gedulden. „Wir lassen nur zwei Leute gleichzeitig rein.“

Ringlerhof, Ellbach

„Die Leute essen viel und kochen viel“, mutmaßt Isolde Strein. Denn neben den Eiern gingen auch die handgemachten Frisch-Ei-Nudeln auf dem Ringlerhof in Ellbach derzeit „unwahrscheinlich gut“. Seit drei Wochen verzeichnet die Bäuerin in ihrem Laden deutlich mehr Kunden. Deren Verhalten sei „unwahrscheinlich toll“, sagt Isolde Strein. Jeder halte sich an die Aufforderung, nur einzeln einzutreten. Probleme bereite allerdings, dass die Gastronomie im Augenblick zum großen Teil wegfalle. „Gott sei Dank steht Ostern vor der Tür“, nimmt sie die Situation mit Humor. „Bunte Eier gibt es zuhauf.“ Der Hofladen am Ringlerhof hat zu diesen Zeiten geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8-12 und von 16.30-18.30 Uhr sowie Samstag von 8.30-12 Uhr.

Loisachtal Forellen- zucht, Bad Heilbrunn

Die Ausgangsbeschränkung bekomme er schon zu spüren, sagt Josef Forster von der Loisachtal Forellenzucht in Bad Heilbrunn. „Wir haben viele Kunden aus München, die kommen jetzt nicht raus“, sagt der Verkäufer, der vergangenes Wochenende nur etwa 20 Kunden zählte. Das meiste seien Stammkunden. „Die kommen wieder“, so Forster, „aber die Laufkundschaft bricht ein bisschen ein.“ Während der nahe Angelteich derzeit geschlossen ist, werden im Hofladen weiterhin geräucherte und frische Forellen, Saiblinge und Lachsforellen sowie geräucherter Aal verkauft – allerdings zu geänderten Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und Samstag von 8 bis 14 Uhr.

Der Hofladen der Loisachtal Forellenzucht in Heilbrunn hat die Öffnungszeiten geändert. Betriebsleiter Michael Thalmayer spürt, dass weniger Kundschaft aus München kommt, und freut sich über die lokalen Stammkunden.

Forellenzucht Sappl, Bad Tölz

Vorläufig verzichten müssen Kunden auf frischen Fisch von der Forellenzucht Sappl am Mühlberg in Bad Tölz. Vorerst für zwei Wochen bleibt deren Laden geschlossen. „Wir haben selbst zwei 70-Jährige am Hof, da wollen wir nichts riskieren“, erklärt Veronika Sappl. „Bis die ersten Ausgangsbeschränkungen verkündet worden sind, war hier wahnsinnig viel los. Das konnte man teilweise schon als Hamsterkäufe bezeichnen.“ Nun sind Einzelverkäufe eingestellt. Aber größere Bestellungen etwa von Wirtschaften, nehme man gerne telefonisch entgegen. Ab übernächstem Mittwoch, 8. April, soll wieder geöffnet sein – sofern es die Situation erlaube.

Thomahof, Königsdorf

Als Reaktion auf die Coronakrise hat die Familie Seidl auf ihrem Thomahof bei Königsdorf (Brandl 4) einen „Schnell-Abholservice“ eingerichtet. Wer bis Donnerstag 10 Uhr seine Bestellung per Fax oder per E-Mail abgibt, kann die Ware am Tag darauf ab 13 Uhr abholen – ohne viel Kontakt, das Warenpaket wird aus einer kleinen Durchreiche herausgegeben, samt Überweisungsbeleg. „Das nützen bereits viele Kunden“, sagt Heidi Seidl. Der Hofladen ist weiterhin freitags von 9 bis 19 Uhr (in der Karwoche am Donnerstag) und samstags von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Neben einem umfangreichen Angebot an Fleisch und Wurst aus eigener Produktion gibt es Eier sowie Brot aus dem Holzofen.

Gut Mooseurach, Königsdorf

Drive-in statt Ladenverkauf – so reagiert man am Gut Mooseurach bei Königsdorf auf die Krise. Üblicherweise öffnet der Hofladen an einem Samstag im Monat, im April ist jedoch der Gründonnerstag der Verkaufstag. Erstmals wird dabei nicht im Laden aus den Theken verkauft, sondern nach Vorbestellung ans Auto (oder per Postversand nach Hause). „Das geht weitgehend kontaktfrei“, erläutert Lisanne Hamzic. Der Kunden bestellt Rind-, Lamm- und Schweinefleisch oder Wurstwaren vorab im Online-Shop oder per E-Mail. Am Hof nimmt er dann den verpackten Einkauf von einem Tisch entgegen. Gezahlt wird anschließend per Überweisung. „Wir vertrauen darauf, dass das funktioniert“, sagt Hamzic.

Hofladen Zum Berten- bauer, Dietramszell

Der Bergkäse aus Südtirol gehe allmählich zur Neige, sagt Helene Häsch, die seit 21 Jahren im Hofladen „Zum Bertenbauer“ in Dietramszell hinter dem Tresen steht. Ansonsten gebe es keine Engpässe. Schweinefleisch, Wurst, Nudeln, Marmelade, Honig, Brot, Weine, Schnaps, Essig und Öl seien genügend vorhanden, wohl auch, weil viele Stammkunden aus München derzeit wegbleiben. „Das ist etwas schwierig“, sagt Häsch, „aber wir halten tapfer durch und helfen, die Grundversorgung zu sichern“. Und zwar Montag von 8 bis 12 Uhr sowie Dienstag bis Samstag von 8 bis 12 und von 14 bis 18.30 Uhr.

Jasberger Hofladen, Dietramszell

Fleisch und Wurst in Bioqualität verkauft die Familie Eichner einmal in der Woche in ihrem Hofladen im Dietramszeller Ortsteil Jasberg. Jeden Samstag von 8.30 bis 12 Uhr gibt’s wöchentlich wechselnd frisches Fleisch. „Diese Woche vom Jungrind, nächste Woche vom Ochsen“, sagt Josef Eichner. Dazu können die Kunden sich mit Nudeln, Käse aus der Hofkäserei Stephanskirchen und diversen Konserven eindecken. „Wer mag, kann gerne seine eigenen Behältnisse mitbringen“, so Eichner. „Ansonsten warten wir mal ab, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt.“

Schmiedhof, Ascholding

Über regen Zuspruch freut sich der Schmiedhof in Ascholding. „Es ist viel los, ich würde fast sagen, es sind doppelt so viele Kunden wie normal. Ich glaube, dass viele wegen der Menschenmassen im Supermarkt verängstigt sind“, mutmaßt Martina Müller, die bei den Kunden ihres Hofladens ein diszipliniertes Verhalten beobachtet. „Die Menschen achten auf Abstand, warten draußen.“ Im Laden komme es durch den starken Andrang bei einzelnen Produkten wie „konservierter Bioware“ gelegentlich zu Engpässen. Keine Lieferschwierigkeiten gibt es bei Gemüse, Mehl, Getreide. Der Hofladen ist dienstags und freitags von 8.30 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr, samstags von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet.

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