- VonRegina Mittermeierschließen
850 Menschen protestierten am Montag am Odeonsplatz gegen die Hamas. Wenige Meter entfernt, am Marienplatz, fand eine Pro-Palästina-Demo. Beide verliefen friedlich. Auch zahlreiche Politiker solidarisierten sich mit Israel.
München – „Stop Terror“ steht auf einem Plakat, das eine Demonstrantin am Montagabend, 9. Oktober, am Odeonsplatz hochhält. Um sie herum schwenken viele Menschen weiß-blaue Israel-Flaggen. Sie wollen damit Solidarität mit dem Land zeigen. Denn der blutige Angriff auf Israel durch die radikalislamische Hamas mit bisher rund 900 Toten und vielen Verletzten erschüttert derzeit Menschen weltweit.
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München: Charlotte Knobloch spricht nach Hamas-Angriff von Unmenschlichkeit
Die Stimmung in München: angespannt. Denn fast zeitgleich gingen auch Anhänger der Gegenseite auf die Straße. Am Marienplatz, wenige Meter vom Odeonsplatz entfernt, zeigten sie mit palästinensischen Flaggen ihre Verbundenheit mit der Hamas.
Stadt München bestrahlt Rathaus aus Solidarität mit der Flagge Israels
Ein bizarres Bild, denn gleich daneben bestrahlte die Stadt das Rathaus mit der Israel-Flagge, als Zeichen der Solidarität. Der Nah-Ost-Konflikt, der sonst weit entfernt wirkt – selten war er so nah wie in München am Montagabend.
Zur Pro-Israel-Kundgebung hatte die Politikerin Sophie Griesbacher (Volt) aufgerufen. Ein breites Parteien-Bündnis (SPD, Grüne, CSU, FDP und Volt) und zahlreiche Organisationen unterstützten die Kundgebung, so Griesbacher. Charlotte Knobloch bezeichnete den Angriff der Hamas auf der Bühne als unmenschlich. „Kein Wort kann die Verachtung für menschliches Leben fassen, die sich in solchen Taten ausdrückt“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Zahlreiche Münchner Stadträte kommen zur Kundgebung am Odeonsplatz
Auch Talya Lador-Fresher sprach zu den Demonstranten. Sie leitet seit Anfang September 2023 das Generalkonsulat des Staates Israel für Süddeutschland und zeigte sich kämpferisch. „Auch wenn wir in Trauer sind, so sind wir gleichzeitig fest entschlossen, uns zu verteidigen.“ Wer Israel den Krieg erkläre, werde Krieg bekommen, sagte sie.
Timothy Liston, der US-Generalkonsul in München war bestürzt über den Sturm der Palästinenser. Es sei der schlimmste Terror-Angriff auf Zivilisten in der Geschichte Israels. Auch viele Münchner Stadträte und einige Landtagsabgeordnete waren anwesend ebenso wie Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU).
Für die Kundgebung waren laut zuständigem Kreisverwaltungsreferat (KVR) 1000 Demonstranten angemeldet, die Polizei berichtete von etwa 850 Teilnehmern. Zur Pro-Palästina-Demo am Marienplatz wurden nach Angaben des KVR 30 Personen angemeldet, gekommen sind laut Polizei etwa 350. Beide Demos verliefen komplett friedlich, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Es waren mehr als 200 Beamte im Einsatz.
Antisemitische Vorfälle mit Bezug zu Israel in Bayern gemeldet
Mehrere Stadtrats-Fraktionen bekundeten am Montag in einer gemeinsamen Erklärung ihre Solidarität mit Israel. „Die Landeshauptstadt München, Partnerstadt der israelischen Stadt Be‘er Sheva, erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit allen Menschen in Israel“, heißt es darin. Die Grausamkeit und Brutalität der terroristischen Angriffe seien durch nichts zu rechtfertigen.
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS) warnt indes vor Judenhass. Es seien bereits Vorfälle in Bayern mit Bezug zu den Angriffen auf Israel gemeldet worden, heißt es. So habe ein Anrufer am Sonntag einem israelischen Restaurant gedroht.
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Rubriklistenbild: © Oliver Bodmer





