VonSascha Karowskischließen
Das Heizkraftwerk Nord soll in diesem Sommer von Kohle auf Erdgas umgestellt werden. Die Stadtwerke hatten das Vorhaben bereits zweimal verschoben.
München - Die Stadtwerke München (SWM) halten an dem gesteckten Ziel fest, die Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Nord noch vor diesem Winter zu beenden. „Während der Revision im Sommer wird der Block 2 im HKW Nord für Erdgas im Dauerbetrieb optimiert und ab Herbst mit Erdgas betrieben“, so Unternehmenssprecher Michael Silva auf Anfrage. Im Block 2 im HKW Nord wird bislang Steinkohle verbrannt, um damit Wärme und Strom zu erzeugen.
Erdgas statt Steinkohle: OB Dieter Reiter und SWM-Chef Florian Bieberbach hatten bereits vor drei Jahren Umstellung angekündigt
2021 hatten OB Dieter Reiter (SPD) und SWM-Chef Florian Bieberbach angekündigt, die Landeshauptstadt werde noch im Jahr 2022 aus der Kohleverbrennung und der Energiegewinnung aus Atomkraft aussteigen. Dieser Schritt war zuvor unter anderem von einem Bürgerentscheid eingefordert worden. Am 5. November 2017 hatten 60,4 Prozent dafür gestimmt, dass die Stadtwerke bis spätestens Ende 2022 aus der Steinkohleverstromung aussteigen und auf Erdgas umstellen sollen. Doch daraus wurde nichts.
Denn knapp 95 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs werden importiert. Im Jahr 2022 stammten die größte Liefermenge aus Norwegen, gefolgt von Russland. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine wurde der direkte Import von russischem Erdgas nach Deutschland im September 2022 komplett eingestellt. Fortan importierte die Bundesrepublik nicht nur mehr Erdgas aus Norwegen, sondern auch aus den Niederlanden (29 Prozent) und Belgien (23 Prozent). Das Erdgas von dort kommt als Flüssigerdgas. Die ersten Einrichtungen, um das Gas aufzunehmen, wurden in Deutschland aber erst im Dezember 2022 in Betrieb genommen. Die Stadtwerke hatten daher aus Gründen der Versorgungssicherheit das Steinkohle-Aus bereits zweimal verschoben.
Ziel der Stadtwerke bleibt unverändert: „Hundertprozentig erneuerbare Strom- und Wärmeversorgung“
Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach hatte aber stets betont, dass sein Unternehmen an grundsätzlichen Zielen festhalten werde. „Unsere Strategie hin zu hundertprozentig erneuerbarer Strom- und Wärmeversorgung bleibt unverändert.“
