VonEva Oestereichschließen
Das Neufahrner DB-Schenker-Team hat sich an bundesweiten Demos wegen des drohenden Unternehmensverkaufs beteiligt - auch wenn man selbst vorerst nicht betroffen ist.
Neufahrn - Der Gesamtbetriebsrat von DB Schenker hat wegen des geplanten Verkaufs und den drohenden Massenentlassungen am Dienstag zusammen mit der Gewerkschaft Verdi zu Protestaktionen aufgerufen. Auch am Standort Neufahrn demonstrierten Mitarbeiter.
Auslöser der Proteste ist der bevorstehende Verkauf des Unternehmens. Die Deutsche Bahn will die Logistiksparte Schenker verkaufen, um sich auf das kriselnde Kerngeschäft zu konzentrieren und die Schuldenlast zu senken.
„Dieser Standort ist vorerst sicher“
Insgesamt 5300 der 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland und Sozialstandards könnten verloren gehen, befürchten der Schenker-Betriebsrat und Verdi. Aus Solidarität hatten sich etwa 70 Beschäftigte zwischen 12 und 12.15 Uhr vor dem Firmentor in der Zeppelinstraße zu einer „aktiven Mittagspause“ versammelt. „Es ist ganz wichtig, dass wir heute ein Zeichen setzen. Es ist nicht so, dass Beschäftigte in Neufahrn gefährdet wären. Dem ist nicht so“, unterstrich Mario Lehmann. „Dieser Standort ist vorerst sicher“, fügte der Betriebsratsvorsitzende hinzu. Der Schenker-Standort in Neufahrn ist ein reiner Speditionsbetrieb für Landtransporte im Großraum München.
„Aber wir müssen für gut 5000 Kolleginnen und Kollegen eintreten, die ihren Job verlieren sollen. Und wir müssen eintreten für das, was wir uns in Jahrzehnten hart erkämpft haben. Jeden sozialen Standard, jede Betriebsvereinbarung und jede Gesamtbetriebsvereinbarung – sie gehören uns.“ Man werde sich dafür einsetzen, dass dies auch so bleibt.
„Bei letzten Käufen eine Blutspur hinterlassen“
„Dass Schlimme ist, dass die DSV bei ihren letzten Käufen eine Blutspur hinterlassen hat, wo von den Unternehmen nichts mehr übrig geblieben ist. Das sind tote Läden. Und Schenker muss weiterleben“, betonte Lehmann. Der Verkauf des hochprofitablen Unternehmens, so Verdi-Gewerkschaftssekretär Haris Softic, sei „politischer Unsinn“. Und wenn man schon verkaufen müsse, müssten soziale Standards, Arbeitsplätze und Tariflöhne im Fokus stehen. Wer eine Entscheidung treffe, die den Verlust von einem Drittel der Arbeitsplätze nach sich ziehe, handle nach den Worten Softics „schlichtweg verantwortungslos“.

