Sorge um das Westufer

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Die Gestaltung des östlichen Loisachufers kommt beim Verein LAW gut an. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich bald auch auf der anderen Flussseite etwas tut. Foto: archiv

Wolfratshausen - In der Mitgliederversammlung des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) wurde gelobt und kritisiert. Auch in Richtung Stadt.

Werner Grimmeiß vom Arbeitskreis Verkehr missfällt es zum Beispiel, dass die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich Engagierten und der Stadt noch immer nicht optimal funktioniert. „Das hat Frust hervorgerufen. Wir wollen schließlich nicht nur für die Schublade arbeiten“, sagte er.

Dietlind Diepen hingegen, Sprecherin des Arbeitskreises Stadtlandschaften, hat in diesem Punkt persönlich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Einen Rüffel gab’s für die Stadt trotzdem - weil es bei den Planungen zum Archivneubau sowie der Gestaltung des westlichen Loisachufers nicht die vom LAW geforderte Bürgerbeteiligung und größtmögliche Transparenz gegeben hat. „Die Bürger wurden nicht ausreichend informiert, fühlten sich übergangen und haben das ganze Archiv-Konzept abgelehnt. Jetzt gibt es eine nachgezogene Info-Veranstaltung, dann können die Bürger ihr Votum abgeben“, so Diepen. Damit sei der Realisierungs-Wettbewerb für einen Archiv-Neubau noch nicht entschieden. Und um ein zukunftsorientiertes Parkkonzept werde weiter gerungen.

Diepen kritisierte auch, dass das vom LAW seit langem geforderte Gesamtkonzept für das westliche Loisachufer wieder aus dem Blickfeld geraten ist. Weil der neue Bürgermeister und der neue Stadtrat sich jetzt erst wieder einarbeiten müssen, befürchtet Diepen, dass die Loisachufer-Gestaltung und die damit eng verknüpfte Belebung der Innenstadt um Jahre nach hinten verschoben wird, ganz nach dem bewährten Motto: „Nach 30 Jahren in der Schublade kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger auch nicht mehr an.“

Damit die Einwohner nicht erneut links liegen gelassen werden, will der Arbeitskreis Stadtlandschaften erneut aktiv werden. Diepen kündigte an, den Sieger-Entwurf aus dem Wettbewerb zur Loisachufer-Gestaltung visualisieren lassen zu wollen. Ziel sei es, die Bürger rechtzeitig zu beteiligen und ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Diepen hofft, dass die neue städtische Führungsspitze die Dringlichkeit der Maßnahme erkennt und schnell handeln wird. Dass das Ostufer der Loisach mittlerweile aufgewertet worden ist, vermerkte Diepen positiv. Die Sanierung der alten Floßlände und die Sitzstufen seien von der Bevölkerung gut aufgenommen worden.

Der LAW-Vorsitzende Hans-Werner Kuhlmann würdigte den Entschluss der Stadt, mit der Cima einen dreijährigen Beratervertrag abzuschließen. „Darüber sind wir sehr glücklich. Das ist eine richtungsweisende Entscheidung gewesen“, so Kuhlmann. Er betonte auch, dass nach dem Auslaufen des Vertrags mit der Cima ein hauptamtlicher City-Manager beziehungsweise Wirtschaftsförderer eingestellt werden müsse. Ohne einen solchen „Kümmerer“ sei eine Stadt von der Größenordnung Wolfratshausens nicht mehr wettbewerbsfähig und wirtschaftlich gestaltbar.

Nina Daebel

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