VonAndreas Baarschließen
Staus sind vorprogrammiert: Am 15. April starten in Garmisch-Partenkirchen die B 2-Arbeiten. Neun Baustellen müssen Autofahrer bis Herbst ertragen. Der Bund investiert 4,1 Millionen Euro.
Garmisch-Partenkirchen – Die B 2 ist eine der Hauptverkehrsadern in Garmisch-Partenkirchen. Schon jetzt viel befahren und stauanfällig. Ab 15. April brauchen Autofahrer noch mehr Geduld auf der Ortsdurchfahrt: Das Staatliche Bauamt Weilheim startet sein groß angelegtes Umbauprojekt an der Bundesstraße. Die Straßenbauer nehmen sich viel vor: Allein sieben Kreuzungsbereiche werden modernisiert, dazu zwei Einmündungen umgestaltet (siehe Grafik). Los geht’s mit der Rathaus-Kreuzung. Dort kommt es zu massiven Behinderungen für Fußgänger.
Für das Projekt legt der Bund viel Geld auf den Tisch. Die Gesamtkosten liegen bei 4,1 Millionen Euro, teilt Nadine Heiß, Abteilungsleiterin für den Landkreis, auf Nachfrage mit. Das Geld wird in die wesentlichen Knotenbereiche der B 2 mit den Zubringerstraßen gesteckt. Die Lichtsignale und Kreuzungsanlagen „entsprechen nicht mehr den heutigen verkehrstechnischen Standards“, heißt es von der Behörde. Neben neuen LED-Ampeln bekommen die Bereiche eine barrierefreie Ausstattung für Passanten – unter anderem mit speziellen Markierungen für Sehbehinderte. Möglichst zügige Durchfahrt durch die Marktgemeinde ist für später angestrebt: Laut Heiß werden alle Ampeln miteinander koordiniert. „So dass ich grüne Welle habe.“
Der jeweilige Umbau hat Auswirkungen auf den Verkehr. Dieser wird über Baustellenampeln geregelt. In dieser Zeit wird zwar gemäß Bauamt immer mindestens eine Spur auf der Bundesstraße in Fahrtrichtung freigehalten, allerdings müssen Autofahrer auf Nebenstrecken mit Umleitungen rechnen. Noch gravierender trifft es die Fußgänger: Sie müssen sich neue Übergänge über die B 2 suchen. Denn die Kreuzungen werden in der Bauzeit für Passanten grundsätzlich gesperrt. „Das ist keine Willkür“, betont Abteilungsleiterin Heiß. Die Sperrungen sei jedoch aus technischen Gründen und vor allem wegen der Arbeitssicherheit nötig. Außerdem: „Es ist zu gefährlich, dass Fußgänger durch die Baustelle laufen.“
Betroffen ist vor allem die Rathaus-Kreuzung, der wichtige Übergang über die B 2. Logistische Alternativen gibt es nicht. Passanten „müssen sich andere Querungsstellen suchen“, macht Heiß klar – und „gewisse Umwege in Kauf nehmen“. Immerhin will das Staatliche Bauamt die Fußgänger mit entsprechenden Infoschildern umdirigieren. Wie lange an der Hauptkreuzung gearbeitet wird, hängt vom Wetter ab. Rund 30 Arbeitstage sind eingeplant. Ende April/Anfang Mai soll es dann im Bereich Krottenkopfstraße weiter gehen. Die restlichen fünf Knotenpunkte folgen nach und nach – inklusive Einschränkungen für Fußgänger.
Ebenfalls entschärft werden zwei neuralgische Einmündungen: die an der Wildenauer Straße und an der Auenstraße. Erstere wird mit einer Fußgängerampel, die nur auf Anfrage anspringt, ausgestattet. Zweitere bekommt wegen des nahen Klinikums einen speziellen Service für die Rettungsdienste: Sie können bei Bedarf ein Rot-Signal für den Verkehr auf der B 2 auslösen.
Mit moderner Signaltechnik ist es nicht getan. Nach dem Umbau geht es an den Fahrbahnbelag. Dieser wird auf einer Strecke südlich des Farchanter Tunnels bis zur Rathaus-Kreuzung erneuert. Heiß: „Der Belag ist in einem schlechten Zustand.“ Die Arbeiten seien bewusst nach den verkehrsträchtigen Sommerferien und in die Nacht gelegt worden. Im September sollen die Maschinen anrollen und noch heuer alles fertig sein. Die ersten Bautrupps rücken laut Heiß schon Mitte Mai an – vom Tunnelende bis zur Unterfeldstraße. Der südliche Bereich der Ortsdurchfahrt muss allerdings wegen des dortigen Kanalbaus bis 2019 warten. Mit Verkehrsbehinderungen ist dann wieder zu rechnen.
