In Neufahrn bei Egling entsteht ein rund sechs Hektar großer Energiepark mit Stromtankstellen. Am Mittwoch fand der erste Spatenstich für die Photovoltaik-Anlage statt.
Egling – Im Eglinger Ortsteil Neufahrn nördlich der Staatsstraße 2070 in Richtung Wolfratshausen entsteht auf einer rund 6,6 Hektar großen Wiese der „Energiepark Egling“. Der Investor, die Münchner Firma Vispiron, spricht hier nicht nur von einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage, weil es sich laut Projektentwickler Stefan Fußeder um „eines der modernsten und innovativsten Projekte in ganz Deutschland“ handelt.
Photovoltaik-Anlage bei Egling: „Eines der modernsten Projekte in ganz Deutschland“
Am Mittwochnachmittag nahmen Stefan Fußeder, Projektleiter Eduard Schindler, Bürgermeister Hubert Oberhauser und die Verpächter der insgesamt drei Flächen den symbolischen ersten Spatenstich vor.
Noch heuer soll die Photovoltaik (PV)-Anlage in Betrieb gehen. Sie hat eine Gesamtleistung von 6,1 Megawatt. Das Besondere an ihr ist, dass sie in Kombination mit Energiespeichern funktioniert. Zehn Megawattstunden sollen in fünf Speichern, die jeweils etwa die Größe eines Lastwagens haben, in sonnenarmen Zeiten und in Verbrauchsspitzenzeiten zur Verfügung stehen.
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Darüber hinaus wird der Solarstrom an integrierte Elektroladeladesäulen geliefert. Unmittelbar an der PV-Anlage entstehen öffentlich zugängliche Stellplätze, an denen jeder sein Elektrofahrzeug aufladen kann. Eduard Schindler zufolge sind zehn Stellflächen mit sechs Ladepunkten geplant.
Im Januar 2024 soll die erste Zapfsäule Strom liefern. Die Bezahlung erfolgt wie üblich mit Ladekarten oder Kreditkarten. „Die Preise werden deutlich günstiger sein als an der Tankstelle“, betont Schindler. Einige der Stationen werden Schnellladestationen sein, das heißt, ein Tankvorgang für einen Pkw dauert 20 bis 30 Minuten. Vispiron erhofft sich aufgrund der Lage zwischen zwei Autobahnen eine rege Nutzung.
„Energiepark Egling“: Informationsveranstaltung im Oktober geplant
Stefan Fußeder nannte einige beeindruckende Zahlen im Sinne der Energiewende: Die Jahresenergieerzeugung der PV-Freiflächenanlage entspreche dem Verbrauch von 1917 Haushalten oder circa 44,7 Millionen Kilometer Fahrten mit Elektroautos. Als weiteren Vorteil des Projekts sieht Rathauschef Hubert Oberhauser die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung.
Dank des Energieparks werden wir künftig fast die Hälfte unseres Strombedarfs mit regenerativer Energie decken können.
Im Oktober sei eine Informationsveranstaltung geplant, viele Eglinger hätten bereits Interesse bekundet. Die Gemeinde ist mit einer Kommunalbeteiligung von 0,2 Cent dabei. „Dank des Energieparks werden wir künftig fast die Hälfte unseres Strombedarfs mit regenerativer Energie decken können“, so Oberhauser.
Im Gegensatz zu anderen Kommunen habe es im Vorfeld kaum Bedenken gegen die Anlage gegeben, freut sich der Bürgermeister. Die 80 Zentimeter bis 3,50 Meter hohen Module werden eingezäunt und eingegrünt. Sie werden die Autofahrer aufgrund ihrer Ausrichtung nicht blenden. Für Kleintiere ist ein sogenannter Unterkriech im Zaun geplant. Eine Beweidung mit Schafen wird angestrebt. Fußeder zufolge will man demnächst auf örtliche Schäfer zugehen. Eine Eröffnungsfeier ist für das Frühjahr 2024 vorgesehen. Von Tanja Lühr
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