Öffentlicher Nahverkehr

„Nicht verheddern“: SPD fordert mehr Tempo beim Ausbau der S4-Strecke

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An der S-Bahn in Fürstenfeldbruck: Michael Schrodi, Mirko Pötzsch und Florian von Brunn (v.l.).
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Die S4 bleibt das große Sorgenkind im öffentlichen Nahverkehr. Die SPD fordert jetzt ein schnelleres Vorgehen.

Fürstenfeldbruck - Alle Beteiligten sind für den Ausbau, dank Sondervermögen wäre jetzt (theoretisch) sogar das Geld vorhanden - und trotzdem geht wenig voran: Die S4 bleibt trotz aller Bemühungen das Sorgenkind im öffentlichen Nahverkehr. Die SPD will jetzt dafür sorgen, dass Bewegung in die Sache kommt.

„Jetzt ist das Geld da. Wir sollten uns nicht in Planungen verheddern“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn bei einem Gespräch passenderweise am Brucker Bahnhof. Von Brunn fordert Bayerns Verkehrsminister Bernreiter (CSU) auf, die S4 zur Chefsache zu machen und will im Landtag einen entsprechenden Antrag stellen.

Es werde Zeit, die Never-Ending-Story der S4 zu einem guten Abschluss zu bringen, findet auch der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi, genau wie Mirko Pötzsch, Stadtrat in Bruck und Sprecher der vor vielen Jahren gegründeten S4-Initiative „Ausbau jetzt“.

Doch warum hakt es wieder mal bei der S4, obwohl ihr Ausbau im Bund als vordringlich gilt und obwohl sich im Prinzip mittlerweile alle einig sind, dass die Strecke bis Fürstenfeldbruck - auf ihr verkehrt auch der Fernverkehr in die Schweiz - viergleisig werden soll?

Zentrales Problem ist die Frage, wie man Nah- und Fernverkehr am besten entzerrt. Die Bahn würde den Fernverkehr gerne auf den äußeren Gleisen und die S-Bahn auf den inneren Gleisen fahren lassen, der Landtag und die Kommunen im Brucker Landkreis fordern genau das Gegenteil: S-Bahn außen und Fernverkehr innen.

Die Bahn argumentiert mit der Betriebssicherheit. Landtag und Kommunen dagegen haben vor allem die Barrierefreiheit für S-Bahn-Pendler im Blick. Logik, stark vereinfach: Liegt die S-Bahn innen, müssen Pendler mit Hilfe von Aufzügen immer die Fernverkehrsgleise unterqueren, was unpraktisch ist und höchst störanfällig.

Wegen dieser Diskrepanz soll nun eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Und diese koste unnötig Zeit, sagt Schrodi. Die SPD-Vertreter fordern Minister Bernreiter daher auf, sich klar für die vom Landtag favorisierte Lösung auszusprechen und einen entsprechenden Planungsauftrag an die Bahn zu übermitteln.

Sogar in der Schweiz schon bekannt

Mirko Pötzsch betonte in diesem Zusammenhang, dass die S4 aufgrund der aktuellen Umstände immer wieder Verspätungen in das Gesamtnetz hineintrage. Ein Großteil des Vorentwurfs liege bereits vor, man könne also durchaus schneller vorangehen. Und Schrodi berichtete, dass selbst der Schweizer Botschafterin die S4 mittlerweile ein Begriff sei (Siehe Liebe Leser). Denn wie nach München trage die Linie Verspätungen und Probleme auch in die andere Richtung weiter. Von Brunn fordert: Die Bahn muss ihre starre Haltung aufgeben.

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