Nachdem drei Ortsvereine aufgelöst werden mussten

SPD gründet einen Super-Ortsverein im Landkreis Dachau

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Wer dann sein Nachfolger wird, wenn der Unterbezirk im März seinen Kreisvorstand wählt, will der SPD-Chef Martin Güll noch nicht verraten

Die SPD im Landkreis Dachau will alle Kräfte bündeln: Sie gründet am heutigen Mittwoch einen Super-Ortsverein: Von Indersdorf aus werden dann die Mitglieder in Altomünster, Bergkirchen und Schwabhausen mitbetreut. Denn in diesen drei Gemeinden mussten die Ortsvereine aufgelöst werden.

IndersdorfWas sich zunächst als Schwächung darstellt, kann auch eine Stärkung sein, sagt Martin Güll, SPD-Chef im Landkreis. „Nach monatelanger Vorbereitung machen wir am Mittwochabend ernst: Wir fassen Ortsvereine zusammen und werden dadurch schlagkräftiger.“ In den Ortsvereinen Altomünster, Bergkirchen und Schwabhausen konnten keine eigenständigen Vorstandschaften mehr gebildet werden, erklärt Güll. „Nach der Satzung der SPD sind diese dann aufzulösen.“ Dies geschah in der Januar-Sitzung des Kreisverbands. „Es macht keinen Sinn, kleinste Ortsvereine über Jahre durch organisatorische Arbeiten zu schwächen. Die wenigen Aktiven in manchen Gemeinden dürfen ihre wenige ehrenamtliche Zeit nicht durch Vorstandsaufgaben vergeuden“, ist sich Güll sicher. Ein erster Schritt auf diesem Weg sei die Überführung der Ortsvereine Altomünster, Bergkirchen und Schwabhausen in den im Landkreis zentral gelegenen Ortsverein Markt Indersdorf. „Wir haben hier nun eine 70 Mitglieder starke Truppe.“ Das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder könne nun für die politische Arbeit verwendet werden: die Aufstellung der Listen für die Kommunalwahlen. „Das wird die erste große Aufgabe des neuen Vorstands: Wir wollen in jeder Gemeinde eine Liste aufstellen“, so Güll.

Die Gründungsversammlung findet am heutigen Mittwoch um 19 Uhr im Gasthaus Doll in Ried statt. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Wahl des Vorstands. Hubert Böck, bisheriger Vorsitzender des Ortsvereins Indersdorf, stellt sich wieder zur Wahl. Böck sei es auch gelungen, aus allen Gemeinden ein Vorstandsmitglied zur Wahl anzubieten, wie Güll mitteilt. „Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll, dass neues Leben entstehen kann.“

Wer dann Nachfolger von Martin Güll wird, wenn der Unterbezirk im März seinen Kreisvorstand wählt, will der SPD-Chef noch nicht verraten. „Wir sind schon weit gediehen mit unseren Überlegungen“, bis auf ein oder zwei Posten gebe es Kandidaten. Güll selbst zieht sich aus der Parteiarbeit zurück, er möchte mit seiner Frau nach Franken zu seiner Tochter ziehen (wir berichteten).  no

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