Mit ihrem alten Schlachtross Peter Falk (53) als Direktkandidat will die SPD im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost in den Landtagswahlkampf ziehen.
Emmering - Der Gröbenzeller Gemeinderat setzte sich bei der Nominierungsversammlung mit 33 zu 23 Stimmen gegen den Brucker Stadtrat Philipp Heimerl durch. Nach dem ersten Wahlgang hatten die beiden anderen Mitbewerber, Jürgen Cullmann und Christoph Maier, das Handtuch geworfen.
Mit den Worten „I bin der Peter und da bin i dahoam“ begann Falk seine Vorstellungsrede im Emmeringer Bürgerhaus. Er bringe „ein Gesicht mit, das die Leute kennen“ und habe in der Vergangenheit oft genug „politische Haltung und Durchsetzungskraft“ bewiesen. Außerdem gab er sich als Favorit der scheidenden SPD-Abgeordneten Kathrin Sonnenholzner zu erkennen.
Seine Kandidatur habe er „in dem einen oder anderen Gespräch mit der Kathrin entwickelt“. Der 53-jährige Richter am Landgericht war bereits in vielen Positionen für seine Partei tätig. Er war unter anderem SPD-Unterbezirksvorsitzender und Bezirksrat, mehrfach kandidierte er erfolglos als Landrat und für den Bundestag. Heute ist er Fraktionsvorsitzender im Kreistag und im Gröbenzeller Gemeinderat.
Von seinem Mentor Herbert Kränzlein getröstet werden musste nach der Stichwahl der sichtlich geknickte Philipp Heimerl. Der 28-jährige Fraktionsvorsitzende seiner Partei in Bruck, der bei der OB-Wahl vor wenigen Monaten schon im ersten Wahlgang gescheitert war, hatte darauf verwiesen, aus „einer zutiefst sozialdemokratischen Familie“ zu kommen und an seinen Großvater, den ehemaligen Grafrather Bürgermeister, erinnert.
Neben der sozialen Gerechtigkeit sei eines seiner Anliegen auch, ein „positives Zukunftsbild“ zu entwickeln.
Chancenlos blieb der ehemalige Puchheimer Fraktionsvorsitzende Christoph Maier, der sich vor sieben Jahren überraschend aus der Politik zurückgezogen hatte. Mit sieben Stimmen bekam er aber noch zwei mehr als Jürgen Cullmann aus Mammendorf, der sogar Wahlhilfe aus München aufgeboten hatte. Der Kandidat, auch Vorsitzender der Selbstständigen in der oberbayerischen SPD, sei ein Glücksfall und ein Gewinn für die Freiberufler in der SPD, meinte eine Münchner Stadträtin.
Die scheidenden Landtagsabgeordneten hielten sich mit Empfehlungen zurück. Herbert Kränzlein, der Philipp Heimerl als Mitarbeiter in seinem Büro beschäftigt, appellierte immerhin an die Genossen, auch an die öffentliche Wirkung des Kandidaten zu denken: „Der Köder muss nicht dem Angler schmecken.“
Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl fragte noch nach den Erfahrungen der Kandidaten aus früheren Wahlniederlagen. „Frust ist ein bürgerliches Prinzip,“ antwortete Falk. „Für Sozialdemokraten gibt es nur veränderte Arbeitsbedingungen.“
Als Bezirkstagskandidat wurde von der SPD der amtierende Bezirksrat Martin Eberl aus Eichenau mit 54 von 56 Stimmen bestätigt.(op)