Chaos bleibt aus

Sperrung der B472: Der Anfang war besser als befürchtet

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Deutlich mehr Verkehr – vor allem Lastwagen – rollte gestern durch die Bichler Ortsmitte. „Aber es ist nicht so, dass es sich sehr staut“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher.
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  • Wolfgang Schörner
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Am Montag um 6.15 Uhr war Schluss: Seitdem rollt kein Auto mehr über die B 472 zwischen Untersteinbach und Sindelsdorf. Vier Monate laufen die Sanierungsarbeiten. Das befürchtete Chaos auf den Umleitungsstrecken blieb aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Heilbrunner Bürgermeister Thomas Gründl beobachtete ab dem frühen Morgen die Situation. „Es ist schon rund gegangen“, berichtet er gegen Mittag. Problematisch sind in seiner Gemeinde die Ortsdurchfahrten von Langau und vor allem Obersteinbach, das als Schleichweg genutzt wird. Dort sorgen nun Ampeln dafür, dass die schmale Hauptstraße immer nur in eine Richtung befahren wird. „Das funktioniert gut“, sagt Gründl.

Gegen 9 Uhr steht eine Handvoll Autos vor der Ampel aus Untersteinbach kommend. Es ist Rot. Plötzlich aber beginnt die Ampel gelb zu blinken, springt dann wieder auf Rot. Die Fahrer sind verwirrt. Was heißt das? Losfahren? Stehen bleiben? Ampel kaputt? Die Autos fahren los. Da es in diesem Moment keinen Gegenverkehr gibt, ist das kein Problem. Erst zwei, drei Minuten später springt die Ampel tatsächlich auf Grün. Später funktioniert sie aber einwandfrei.

In Obersteinbach selbst stehen noch einmal zwei Ampeln. „Sie zeigen den Fahrern, die innerorts auf die Durchfahrtsstraße einbiegen wollen, welche Fahrtrichtung gerade frei ist“, sagt Gründl. Als nicht ganz optimal könnte sich der Standort der Ampel am Ortsausgang erweisen. Die steht von Bichl kommend hinter der einspurigen Brücke. Staut es sich dort weit zurück, könnte es eng werden. Das hatten in der Anliegerversammlung auch einige Bürger befürchtet. „Das können wir uns noch einmal vor Ort anschauen“, sagt Gründl.

Nicht ganz zufrieden ist er mit der Stelle, an der die Sperrung der B 472 von Heilbrunn kommend beginnt. Die Umleitung startet anders als mit dem Staatlichen Bauamt besprochen nämlich bereits an der Abzweigung zur B 11. „Damit muss jeder, der nach Obersteinbach will, über die schmale Straße durch Untersteinbach fahren.“ Dass dort am Montagmorgen auch noch aus unerfindlichen Gründen eine halbseitige Sperrung aufgebaut war, wurde dem Schulbus zum Verhängnis. „Er ist nicht durchgekommen“, sagt Gründl. „Wir haben das sofort entfernen lassen.“

Die Sperrung der B 472 aus Heilbrunn kommend, beginnt eigentlich bereits am Abzweig zur B 11. Problematisch für alle, die nach Obersteinbach wollen

Die Absperrung an der B 472 an dieser Stelle werde man noch einmal anschauen, sagt Martin Herda, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt. Natürlich solle es so sein, dass die Straße bis zum Abzweig Obersteinbach frei ist – zumindest für alle, die dort wirklich hinmüssen. Gleichzeitig müsse das Ganze aber so beschildert sein, dass der Masse „klar ist, dass sie dort eigentlich nicht durchfahren soll“, so Herda.

Zweites Problem in Heilbrunn ist die Langau. Dort rollt seit Montag deutlich mehr Verkehr Richtung Penzberg. „Eltern haben Bedenken geäußert“, schildert der Bürgermeister. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt „überlegen wir jetzt, eine Querungshilfe auf Höhe der Bushaltestelle zu errichten“, sagt Gründl. Dafür brauche es aber noch Schülerlotsen. Der Rathauschef bittet Freiwillige, sich zu melden.

„Wie befürchtet mehr Lastwagen“ rollen seit Montag durch die Bichler Ortsmitte, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Aber es ist nicht so, dass es sich sehr staut.“ Man müsse jetzt einfach beobachten, wie sich alles entwickelt. Eine Sache wird allerdings sofort geändert: „Wir erlassen in den Parkbuchten gegenüber der Bäckerei ein Parkverbot.“ Stehen dort nämlich Autos, kommen zwei Lkw nicht mehr aneinander vorbei.

Abteilungsleiter Herda ist generell „sehr zufrieden“ mit dem Beginn der Baumaßnahme. Zwischen 7.30 und 8 Uhr sei das Verkehrsaufkommen zwar hoch gewesen. Die bis zu 7000 zusätzlichen Fahrzeuge, die durch Penzberg fahren, hätten aber zu keinen gravierenden Problemen geführt. Das bestätigt Uwe Ledermüller von der Polizei Penzberg: „Das Verkehrsaufkommen ist erhöht, der Verkehr fließt aber.“ Allerdings seien deutlich mehr Lkw unterwegs. Im Berufsverkehr in der Früh waren ihm zufolge keine dramatischen Folgen durch die Umleitung zu spüren. Knackpunkt war die Hauptkreuzung: Dort wird der Verkehr aus Bichl nach links in Richtung Sindelsdorf geleitet. Für diese Autos wurde die Grünphase der Ampel verlängert, was dazu führte, dass sich Autos auf der Karlstraße bei Rot zurückstauten.

„Wir werden noch an kleineren Ecken nachjustieren müssen, aber generell ist es gut gelaufen“, fasst Herda zusammen. Nur bei einem Punkt hakte es: Die Sperrung war für 7 Uhr angekündigt, tatsächlich zu war die Straße aber bereits um 6.15 Uhr. Das Problem sei, das eine Vielzahl an Schildern aufgebaut beziehungsweise umgedreht werden müsse. Ein genauer Zeitpunkt lasse sich da schwer festlegen, so Herda.

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