Abgabenstreit schwelt weiter

Spielbank: Trotz Einbußen an der Spitze

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Die Spielbank Bad Wiessee ist die beste aller neun staatlichen Spielbanken in Bayern.
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Bad Wiessee ist die beste aller neun staatlichen Spielbanken in Bayern. Trotz Einbußen von zuletzt 5,34 Prozent. Und dann ist da noch der Spielbankstreit mit den Tal-Gemeinden.

Bad Wiessee – Es läuft wieder rund in den staatlichen Spielbanken in Bayern. Erstmals seit Jahren haben sie wieder schwarze Zahlen geschrieben, wie aus einer aktuellen Übersicht des Finanzministeriums hervorgeht. Wie immer ist es nach den Worten des Finanzstaatssekretärs Albert Füracker (CSU) so, dass starke Spielbanken wie Bad Wiessee die schwachen tragen.

19,5 Millionen Euro Bruttospielertrag

Doch wie sieht das Ergebnis für Bad Wiessee tatsächlich aus? Oliver Fisch, Sprecher der Staatlichen Lotterieverwaltung, teilt auf Nachfrage folgende Fakten mit: „Bad Wiessee konnte die sehr erfreuliche Entwicklung des Bruttospielertrags von 2015 leider nicht fortsetzen.“ So betrug der Bruttospielertrag (BSE) im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 19,5 Millionen Euro. „Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 5,34 Prozent“, so Fisch. Grund hierfür sei vor allem ein für die Spielbank nachteiliger Spielverlauf, der den Bruttospielertrag negativ beeinflusst habe. Die Zahl der Besucher lag bei 156 000. Hier macht die Spielbank wieder Boden gut. „Damit ist Bad Wiessee sowohl bei den Besucher- als auch bei BSE-Zahlen die größte aller neun Spielbanken Bayerns“, so Fisch. Ein Publikumsmagnet sei die Winner’s Lounge, die mit ihrer heimeligen Club-Atmosphäre für regen Zulauf sorge.

54,5 Millionen Euro für Bad Wiessee

Insgesamt, so der Sprecher, haben alle neun Spielbanken im Zeitraum von 2000 bis 2015 779 Millionen Euro an den Staatshaushalt abgeführt und allein 220 Millionen Euro an die Kommunen. Für Bad Wiessee bedeutet das: 182 Millionen Euro hat die Spielbank an den Staat als Spielbankabgabe überwiesen. Davon flossen insgesamt 54,5 Millionen Euro an die Gemeinde.

Um die Spielbankabgabe geht der Streit, der immer noch zwischen Bad Wiessee und den anderen Tal-Gemeinden schwelt. Wie berichtet, hat Wiessee die Zahlung an die anderen Kommunen eingestellt. Inzwischen steht fest: Der Poker landet vor dem Verwaltungsgericht. „Wir haben nochmals Unterlagen eingefordert“, sagt Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn, der sich im Namen seiner Amtskollegen um den Fall kümmert. Der Vorschlag, alle Parteien an einen Tisch zu holen, stehe noch im Raum. Ob und wann es dazu kommt, und ob ein Richter mit am Tisch sitzen wird, ist laut Hagn noch offen. 

gr  

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