VonGerti Reichlschließen
Mehr Querungshilfen für Fußgänger – was im Frühjahr Thema im Bürgermeister-Wahlkampf war, soll jetzt angepackt werden. Aber so einfach ist das alles nicht - trotz Anwohner-Unterschriften.
Gmund – Im Gemeinderat stand ein Konzept für Querungshilfen auf der Tagesordnung. „Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit auf dem Schulweg, sondern um die Sicherheit aller Fußgänger und Radfahrer“, sagte Rathauschef Alfons Besel (FWG), der die fünf Standorte vorschlug, auf die sich das Interesse inzwischen fokussiert:
Das sind die Standort-Ideen
Die Tölzer Straße in Finsterwald beim Gasthof Weidenau, die Wiesseer Straße am Bahnhof, die Bundesstraße 307 am Buchbergweg und an der Ringstraße sowie die Staatsstraße nach Hausham bei Ostin.
Vor allem eine Überquerungshilfe am Buchbergweg ist vielen Anwohnern wichtig. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde zur Sitzung ein entsprechender Antrag eingereicht, unterzeichnet von rund 40 Anliegern aus St. Quirin, der Gasse und aus Ostin.
Auch Alt-Bürgermeister Georg von Preysing zählte zu den Unterzeichnern. Er kam persönlich in den Sitzungssaal, um die Debatte darüber zu verfolgen. In dem Antrag argumentierten die Anwohner unter anderem damit, dass unzählige Wanderer vom Höhenweg runter zum Geh- und Radweg an der B307 unterwegs seien. Auch müssten viele Radfahrer die B307 auf ihrem Weg von Ostin Richtung Tegernsee queren. Eine Querungshilfe sei auch deshalb angebracht, weil der Schwerlastverkehr der großen Baustellen in Tegernsee komplett durch St. Quirin fließe.
Platz sei ausreichend vorhanden, so die Anwohner, die auch von einer Ortsbesichtigung wussten, nach der ein Ingenieur sowie Vertreter des Landratsamts und der Straßenmeisterei eine Querungshilfe für technisch machbar gehalten hatten.
Das ist tatsächlich möglich
Besel informierte über das tatsächlich Mögliche: So hält das Landratsamt eine Überquerungshilfe in Finsterwald aus Platzgründen nicht für realisierbar. Hier sei vielmehr eine Fußgängerampel, die bei Bedarf bedient wird, möglich.
Bei der Ringstraße, wo das Vorhaben bisher an einem Grundeigentümer gescheitert sei, müsse ein neuer Standort gesucht werden. Am Bahnhof werde man das Vorhaben dann umsetzen, wenn die Sanierung der Wiesseer Straße und der Umbau des Geländes aktuell seien.
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Querungshilfen über Bundesstraße schwierig
Der Überweg in Ostin könnte zusammen mit dem geplanten Radweg nach Hausham gebaut werden. Insgesamt, und das gilt vor allem für den Buchbergweg und die Ringstraße, fordern Landratsamt und das für die Bundesstraße zuständige Staatliche Bauamt Rosenheim eine Machbarkeitsstudie und konkrete Zahlen – sowohl zu den Personen, die die Straße überqueren, als auch zu Kosten und Flächenbedarf.
Vor allem Dritten Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) erschloss sich der Sinn einer Machbarkeitsstudie nicht. „Die verursacht nur Kosten im Vorfeld. Wir sollten uns vielmehr ans Bauen machen.“ Martina Ettstaller (CSU) war für ein schnelles Anpacken am Buchbergweg: „Wir geben überall so viel Geld aus. Hier geht’s um Bürger und Senioren. Viele davon gehen dort zum Baden.“ Auch Florian Hagn (CSU) hielt die Studie für unnötig: „Den Verkehr in St. Quirin muss man nicht erklären.“
Rathauschef Besel versicherte, mit den Verantwortlichen wegen der Machbarkeitsstudie zu sprechen. Da heuer keine Gelder im Haushalt eingeplant seien, habe die Gemeinde noch einige Monate Zeit zum Planen.
In Finsterwald will die Gemeinde hingegen sofort mit der Planung beginnen. Bei der Ringstraße und am Buchbergweg will sie zumindest die Vorplanung in Angriff nehmen. Dies wurde so einstimmig am Ratstisch beschlossen.
gr
