„Die Unterführung wäre ein großes Bauwerk“

Staatsstraße 2369: Unterführungspläne für Radfahrer liegen auf Eis

+
Gefahrenstelle: Auf Höhe des Breslauer Wegs kreuzt der Isar-Radweg, auch Teil der Via Tirolensis, die Staatsstraße 2369.

Es ist eine Gefahrenstelle: Auf Höhe des Breslauer Wegs kreuzt der Isar-Radweg die Staatsstraße 2369. Eigentlich sollte eine Unterführung gebaut werden, doch die wäre aufwendig und teuer.

Geretsried – Die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer an der Staatsstraße 2369 auf Höhe des Breslauer Wegs wird vorerst nicht gebaut. Es werden Alternativen geprüft, zum Beispiel, ob eine Ampel möglich wäre. Das angedachte Bauwerk, für das der Stadtrat in diesem Jahr 1,1 Millionen Euro im Haushalt eingeplant hatte, wäre zu aufwendig und zu teuer.

Dr. Detlev Ringer, Ortssprecher der Grünen und Mitglied des Stadtrats, hatte zuletzt bei der Jahresversammlung seiner Partei von einem Rückschlag berichtet. Das Staatliche Bauamt in Weilheim würde die Unterführung offenbar nicht wollen und hätte die Stadt aufgefordert einen „riesigen Berg an Gutachten zu liefern“, sagte Ringer.

Zwischenzeitlich habe es eine Besprechung mit dem Bürgermeister und Vertretern des Geretsrieder Bauamts in Weilheim gegeben, sagt Martin Herda, im Staatlichen Bauamt zuständig für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, auf Nachfrage unserer Zeitung. Aufgrund des hohen Grundwasserstands an besagter Stelle sei eine aufwendige Grundwasserwanne nötig. „Die Unterführung wäre ein großes Bauwerk“, so Herda. Daher sei zu prüfen, ob ein sicherer Übergang auch mit anderen Mitteln zu schaffen sei.

Lesen Sie auch: Nach dem tödlichen Unfall: Bauamt will Königsdorfer Gefahrenstelle entschärfen

Der Bau der angedachten Unterführung wäre nicht nur aufwendig, sondern auch teuer. Die Baukosten sind nach den Worten von Bürgermeister Michael Müller exorbitant gestiegen – auf inzwischen zweieinhalb Millionen Euro. Der hohe Preis komme dadurch zustande, dass die Stadt eine Ablöse an den Freistaat Bayern zahlen müsste. In dessen Unterhalt würde die Unterführung nach dem Bau durch die Stadt übergehen. Das Gebiet ab dem Breslauer Weg liegt außerhalb der Gemarkung Geretsried, womit der Freistaat Bayern zuständig ist. Außerdem liege es an der Grenze zum Naturschutzgebiet.

Ganz vom Tisch ist die unterirdische Lösung aber nicht. „Sie ist erstmal auf Eis gelegt, bis die Variantenuntersuchung abgeschlossen ist“, sagt Müller. Dann werde man überlegen, ob es eine andere Form der Unterführung oder eine ganz andere Querungsvariante gebe. „Ob das eine Ampel ist oder Ähnliches, dazu würde ich mich nicht festlegen wollen“, so Müller. Martin Herda zufolge könnte sich das Staatliche Bauamt eine Lichtsignalanlage vorstellen.

Im Mai vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss eine Unterführung an der Staatsstraße 2369 bewilligt. Damit sollte eine Gefahrenstelle beseitigt werden. Acht Jahre zuvor war es dort zu einem tödlichen Unfall gekommen.

Eine Untertunnelung war immer wieder vorgeschlagen worden. Konkret wurden die Pläne nie, auch weil das Staatliche Bauamt Weilheim keine Notwendigkeit dafür sah. Die Querung sei „nicht ausreichend frequentiert“, hieß es damals. Es wurden zwar mehr als genug vorbeifahrende Autos gezählt. Auf die nötigen 50 Radfahrer, die die Straße pro Stunde überqueren müssten, kam man jedoch nicht.

Bewegung in die Sache kam zuletzt dank des Leader-Förderprojekts zur Gefahrenbeseitigung am Isar-Radweg. Mit dem Zuschuss, so die Rechnung vergangenes Jahr, hätte die Stadt „nur“ etwa 600 000 Euro der geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 1,15 Millionen zahlen müssen. Damals ging man von einem Baubeginn 2018, spätestens 2019 aus. Daraus wird nun nichts.

Kommentare