VonAndreas Steppanschließen
An Silvester zünden heuer Profis vom Isarkai aus Raketen. Die Bürger sollen von der Isarbrücke aus zuschauen und genießen.
Bad Tölz – Zum Jahreswechsel lässt es die Stadt Bad Tölz heuer doppelt krachen. Neben dem traditionellen Barock-Feuerwerk mit musikalischer Untermalung am Kurhaus hat das Rathaus heuer ein weiteres Feuerwerk in der Stadtmitte in Auftrag gegeben. Damit wird das Ziel verfolgt, dass weniger Privatpersonen ihre Raketen und Böller abfeuern.
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Ein zentrales Feuerwerk sei „unter vielerlei Gesichtspunkten“ vorteilhaft, argumentiert die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier. Zum einen sehe es besser aus. Vor allem aber gebe es dafür eine ganze Reihe von ökologischen Gründen: „Krach, Müll, Feinstaub – die ganze Palette eben“, zählt Frey-Allgaier auf. „Wenn man sich in den letzten Jahren an Neujahr die Isarbrücke angeschaut hat, war das kein schöner Anblick.“ Auch in der Silvesternacht hätten sich viele Bürger bei dem wilden Feuerwerkstreiben in der Stadt nicht mehr wohlgefühlt. „Nicht nur von älteren Menschen, sondern auch von jungen Leuten habe ich vielfach gehört, dass es dort nicht mehr lustig war, wenn zum Beispiel vorbeifahrende Autos mit Böllern beschossen wurden.“
Kein Verbot für Einzelpersonen
Ein explizites Verbot, dass Einzelpersonen auf der Isarbrücke Raketen zünden, gibt es allerdings nicht, so Frey-Allgaier. „Das wäre rechtlich kaum haltbar“, erklärt die stellvertretende Chefin der Tourist-Info. „Prinzipiell hat jeder ein Recht auf ein eigenes Feuerwerk. Untersagen kann die Stadt das nur dort, wo Brandgefahr besteht, wie zum Beispiel in der Marktstraße.“ Oder, wie es in der amtlichen Bekanntmachung der Stadt heißt: Verboten sei das Abschießen pyrotechnischer Gegenstände „aus Gründen des vorbeugenden Brandschutzes wegen der brandgefährdeten Hütten des Christkindlmarktes und der engen Bebauung in der Marktstraße, am Kalvarienberg, am Gries, am Kogel sowie am Ried“. Ohnehin gelte das Verbot – unabhängig von der städtischen Verordnung – in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen.
Auf der Isarbrücke aber sei keine besondere Brandgefahr gegeben, so Frey-Allgaier. Statt auf ein Verbot setzt sie auf Appelle – und den automatischen Effekt, dass die Menschen auf der Isarbrücke das große, schöne Feuerwerk auf sich wirken lassen und ihm dort nicht mit dem Abbrennen eigener Feuerwerkskörper Konkurrenz machen.
Einige Parkplätze müssen gesperrt werden
Die beauftragte Firma Ströbel Feuerwerk, mit der die Stadt seit Jahren zusammenarbeitet, wird ihr Feuerwerk vom Bereich des ZOB am Isarkai aus zünden, damit die Zuschauer von der Isarbrücke aus den besten Blick darauf genießen können. „Der Abbrennstandort wird ungefähr zwischen den Kiosk und der Toilettenanlage sein.“ Ab 22 Uhr müssten dafür einige wenige Parkplätze gesperrt werden“, so Frey-Allgaier. Ab 20 Uhr, wenn das Feuerwerk aufgebaut werde, seien außerdem genau drei Linienbusse betroffen. „Sie werden die Haltestelle weiter vorn anfahren, können nicht am Isarkai wenden und werden am Kreisverkehr an der Osterleite umdrehen.“
Vorübergehend war auch in Erwägung gezogen worden, das Feuerwerk von der Isarpromenade am anderen Ufer aus zu zünden. „Das geht aber nicht, weil es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt.“
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