Stadtrat mit Latein am Ende

Trotz „vandalismussicherer Möbel“: Grillplatz wieder beschädigt

+
Erst im August wurde der Grillplatz an der Ammer nahe dem Oderdinger Wehr neu hergerichtet.
  • schließen

Im Rathaus ist man fassungslos: Wenige Tage, nachdem am städtischen Grillplatz an der Ammer „vandalismussichere Möbel“ aufgestellt wurden, gab es dort schon wieder Beschädigungen.

Weilheim – „Wir sind jetzt ein bisschen mit unserem Latein am Ende“, gestand Bürgermeister Markus Loth (BfW) vergangenen Dienstag in der ersten Bauausschuss-Sitzung nach den Ferien. Nachdem unbekannte Täter den Grillplatz nahe dem Oderdinger Wehr Ende April mutwillig zerstört hatten, indem sie die dortigen Tische und Bänke als Feuerholz verwendeten, beschloss der Stadtrats-Ausschuss im Juli, den Platz wieder herzurichten (wir berichteten). Dafür wurde neues „Mobiliar“ angeschafft, das „nicht so ohne weiteres kaputt zu kriegen ist“, wie Loth damals hoffte: Sitzhocker und ein Tisch aus Basaltstein.

5000 Euro gab die Stadt dafür aus, erst Anfang August wurden Hocker und Tisch aufgestellt. Doch schon wenige Tage später musste das Stadtbauamt erneut „Missbrauch und Vandalismus“ an dieser Möblierung feststellen: Unbekannte machten offenbar am Wochenende 24./25. August direkt auf der Tischplatte ein Feuer – während sie die daneben befindliche Feuerstelle mit Dreibeingrill nicht benutzten. Die Hitze des Feuers verursachte mehrere Risse im Stein, wie die Stadt nach Reinigung der Tischplatte entdeckte. Nun sei zu befürchten, dass diese beim ersten Frost bricht.

„Es ist unerklärlich, warum die Bevölkerung derartige Angebote, die Gemeinden kostenfrei zur Nutzung für jedermann zur Verfügung stellen, nicht wertschätzt“, schrieb Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, in einer Mitteilung, die in der Sitzung verlesen wurde. Auch ohne explizite Hinweise vor Ort müsse doch „jedem vernünftigen Menschen begreiflich sein, dass eine Feuerstelle als Feuerstelle und ein Tisch als Tisch zu nutzen sind“.

Auch die Stadtratsmitglieder im Bauausschuss zeigten sich verärgert. Romana Asam (FW) betonte, im Juli gegen das Herrichten des Grillplatzes gestimmt zu haben, „weil ich geahnt habe, dass das wieder passiert“. Claus Reindl (BfW) stellte fest, dass der Vandalismus in Weilheim generell „sehr stark ist“. Alfred Honisch (Grüne) monierte, dass an der Grillstelle mittlerweile regelrechter „Tourismus“ herrsche und dort teilweise „sechs, sieben Autos“ anfahren würden – obwohl das verboten sei. Die Polizei müsste diesbezüglich „rigoroser Zeichen setzen“, forderte Honisch und brachte sogar die Möglichkeit einer Videoüberwachung ins Gespräch.

„Wir sollten nicht übertreiben“, meinte dazu Bürgermeister Loth. Und Uta Orawetz (CSU) bat, bei allem Frust über Zerstörungen auch jene Nutzer nicht zu vergessen, „die an diesem Platz ihren Spaß haben und nichts kaputt machen“. Gleichwohl befand auch Orawetz, dass sich die Vorfälle „in eine Serie von Beschädigungen“ einreihen – etwa auch bei der „Lesepause am Kirchplatz“.

Bezüglich der jüngsten Beschädigungen am Grillplatz hat das Stadtbauamt zwischenzeitlich Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Wer an besagtem August-Wochenende entsprechende Beobachtungen gemacht hat, wird um sachdienliche Hinweise an die Polizei Weilheim gebeten. Am Grillplatz selbst ändert die Stadt vorerst nichts. „Wir wollten das nur zur Kenntnis geben“, sagte Loth, „wir haben da auch keine Lösung“.

Lesern Sie hier mehr über Grillplätze. 

Kommentare