Eine Zaubershow mit „Fidibus“, ein Mitmachkonzert mit „Erich, dem Koch“, eine Hüpfburg, Bastelstände und sportliche Aktionen – das Stadtteilfest am Johannisplatz war ganz auf Familien mit Kindern zugeschnitten.
Geretsried – Das neue Konzept kam heuer sogar besser an als vor einem Jahr. Hunderte Besucher – überwiegend Anwohner und Eltern der beiden Kindergärten samt Nachwuchs – verbrachten bei schönstem Herbstwetter einen netten Nachmittag im Freien.
An Biertischen genossen die Erwachsenen die entspannte Musik der Jazz-Combo „D.C.Alcodas“, tranken „Hugo“ und nutzten die Gelegenheit, mit den Nachbarn zu ratschen. Quartiersmanager Christian Lotz vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit, der neu gegründete Quartiersbeirat sowie die Kindertagesstätte Heilige Familie hatten das Fest organisiert. „Es freut mich zu sehen, wie gut sich das Miteinander am Johannisplatz entwickelt“, sagte Bürgermeister Michael Müller, selbst Bewohner einer der Wohnungen am Platz. Genau wie in Stein oder am Neuen Platz müsse man nur Geduld haben und regelmäßig Veranstaltungen wie die Stadtteilfeste anbieten, dann würden im Laufe der Zeit immer mehr Leute kommen, ist Müller überzeugt. Er nannte das Viertel, in dem er aufgewachsen ist, „eine Insel“. Die beim Bau in den 1970er-Jahren geplante Anbindung an den Karl-Lederer-Platz sei leider nie umgesetzt worden. Auch hätten sich nicht wie gewünscht Geschäfte in den Erdgeschossen angesiedelt, beziehungsweise gehalten. „Der Platz ist heute primär ein beliebtes Wohnquartier“, sagte Müller. Nachdem die ersten Bewohner nach und nach versterben würden, hätten sich in letzter Zeit überwiegend junge Familien angesiedelt – als Mieter oder Eigentümer.
Mario Botica hat vor neun Jahren für seine fünfköpfige Familie ein Apartment über der Apotheke gekauft. „Wir fühlen uns wohl hier. Vor allem, weil die Kinder sich frei bewegen können“, sagt er. Die Neugestaltung des Platzes im Jahr 2011 ist aus seiner Sicht gelungen. An den Festen nehme er gerne teil. Claudia Erl wohnt mit Sohn Joschi (4) ein paar Straßen weiter. Den Johannisplatz schätzen die beiden wegen des Spielplatzes, auf dem immer etwas los ist. Auf dem Fest bastelte sich Joschi begeistert am Stand von Trägervereins-Mitarbeiterin Sibylle Ulbrich seine „Heimat im Schuhkarton“ mit Naturmaterialien zurecht. Die Kartons, von denen schon etliche in Stein gefertigt wurden und die von der Geschichte der Bewohner erzählen sollen, werden ab 7. November im Stadtmuseum ausgestellt.
Am Freitag trat zum ersten Mal der im Juli gegründete Quartiersbeirat für den Johannisplatz in Aktion. Ihm gehören neben Pfarrer Georg März und der Leitung des Kindergartens Heilige Familie die vier Anwohner Marie-Luise Meinlschmidt, Leith Jarrar, Christa Schwertner und Ala Aliakseyenka an. Die Mitglieder verkauften hausgemachte Kürbissuppe. „Wir wollen in Zukunft mehr Aktionen für Familien am Johannisplatz anbieten“, kündigte Aliakseyenka, Mutter von zwei Kindern, an. Der Quartiersbeirat denke zum Beispiel an die Einrichtung eines regelmäßigen Elterncafés.
tal
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