VonCarl-Christian Eickschließen
Nach zweijähriger Corona-Zwangspause wird in Wolfratshausen heuer wieder das Starkbierfest gefeiert. Doch was genau schäumt in den Masskrügen?
Wolfratshausen - Vielleicht gibt’s kein Bier auf Hawaii, doch beim Wolfratshauser Starkbierfest fließt das namensgebende Getränk fassweise. Ältere Semester erinnern sich: Den folgenschweren Fehler, zu wenig Gerstensaft für diesen besonderen Abend eingelagert zu haben, beging in der Flößerstadt nur ein Gastronom. Mit ein Grund, warum die Stadt den Vertrag mit ihm zerriss und er begleitet von Schimpf und Schande Anfang der 2000er-Jahre der Loisachstadt den Rücken kehrte.
Starkbierfest in Wolfratshausen: Diese Spezialität schäumt in den Masskrügen
Was genau schäumt am Abend des 10. März in den gläsernen Masskrügen? „Der dunkle Bock ,Maximilian’, ein absolutes Genussbier“, antwortet Katharina Gaßner, Marketingleiterin im Hofbräuhaus Traunstein. Sie erinnert daran: „Bockbier war ursprünglich ein typisches Bier für die Fastenzeit. Weil die Mönche keine Mahlzeiten zu sich nehmen durften, wichen sie stattdessen auf diese nahrhaften Biere aus.“
Jede Mass ist von unserem Braumeister Nik Mayrshofer handgestreichelt, hat mächtige 19,2 Plato Stammwürze und 7,8 Prozent Alkoholgehalt.
Im dunklen Bock aus Traunstein schmeckt Gaßner „samtig-starke Malznoten und komplexe Aromen von Schokolade, Kaffee und Dörrpflaume“. Wer am besagten Freitagabend in der Loisachhalle die eine oder andere Mass verputzt, dem sei gesagt: „Da man für die Herstellung dieses Bockbiers mehr wertvolle Rohstoffe braucht als für leichtere Biere, galt es schon immer als ein Ausdruck von Wohlstand und Genuss.“ Eingebraut in einer Vollmondnacht, das berichtet die Marketingleiterin, habe „Maximilian“ ganze zehn Wochen Zeit bekommen, in den Tiefen des Lagerkellers bis zu seiner Vollendung zu reifen.
Rezeptur des dunklen Starkbiers aus Traunstein ist „streng geheim“
Welche Zutaten stecken drin? „Bestes fränkisches Malz, Hopfen von eigenen Hallertauer Feldern und Quellwasser vom Hochberg – die Rezeptur ist jedoch streng geheim.“ Gaßner hätte ihren Beruf verfehlt, hätte sie folgende Lobpreisung des Produkts versäumt: „Jede Mass ist von unserem Braumeister Nik Mayrshofer handgestreichelt, hat mächtige 19,2 Plato Stammwürze und 7,8 Prozent Alkoholgehalt.“ (cce)
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