Panzerglas aufgeflext - Juwelendieb jetzt vor Gericht

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Nach dem Einbruch säuberte Mitarbeiterin Maximiliane Gruber die leergeräumte Auslage des Juwelierladens. Foto: svj

Starnberg - Sie haben vor drei Jahren Luxus-Uhren im Wert von 120 000 Euro aus der Auslage eines Starnberger Juweliers gestohlen. Jetzt muss sich der Kopf der Bande vor dem Landgericht München II verantworten.

Einen Winkelschleifer setzten sie am 17. Februar 2010 in den frühen Morgenstunden am Panzerglas eines Juweliergeschäfts an der Wittelsbacherstraße in Starnberg an - und schnitten ein Viereck aus der Sicherheitsscheibe. So erbeuteten sie blitzschnell und unkompliziert 25 teure Armbanduhren. Bei den Tätern soll es sich um eine rumänische Bande handeln, deren Kopf am ersten Verhandlungstag vor Gericht keine Angaben machte.

Laut Anklage sollen drei Mittäter in besagter Nacht das Juweliergeschäft aufgesucht haben. Der Angeklagte, der den Einbruch organisiert haben soll, habe derweil auf dem Bahnhofsvorplatz Wache gehalten. Der vierte Mann habe ebenfalls Schmiere gestanden. Als sie das Viereck erfolgreich ausgeflext hatten, griff einer der Täter durch das Loch in der Scheibe und griff sich 25 Luxus-Armbanduhren Der ganze Einbruch dauerte nur wenige Minuten, so dass die Täter unerkannt flüchten konnten.

Die Ermittlungen ergaben, dass die drei Bandenmitglieder, die direkt am Tatort waren, die Uhren an den 45-Jährigen übergaben. Er sollte sie behalten und verwerten. Zwei der Männer erhielten als Anteil an der Beute je 2000 Euro. Beim dritten verrechnete der 45-Jährige die Beute mit offenen Schulden aus Drogengeschäften.

Die Ermittler hegten zwar schon länger den Verdacht, dass es sich bei den Tätern um die Rumänen handelte, dieser konnte jedoch nicht erhärtet werden. Gewissheit erlangten die Beamten, nachdem einer der Täter in anderer Sache in Rumänien in Haft genommen worden war. Dort gestand er den Einbruch in Starnberg und verpfiff auch alle anderen Beteiligten.

Insgesamt soll es sich um eine 16-köpfige Bande handeln, die auch weitere Einbrüche in Juweliergeschäfte in Österreich und der Schweiz verübt hat. Schaden: etwa fünf Millionen Euro. Der Prozess dauert an.

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