Kommunalpolitik

Freie Wähler wollen Vilsmayer als Landrat

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Matthias Vilsmayerist vom Kreisvorstand der Freien Wähler als Landratskandidat vorgeschlagen.

Der Vorstand der Freien Wähler hat einen Vorschlag gemacht: Er möchte Matthias Vilsmayer in das Rennen um den Landratsposten schicken.

Landkreis – Dreimal Starnberg, einmal Gilching: Die Liste der Bewerber um die Nachfolge von Landrat Karl Roth (CSU) füllt sich zusehends. Gestern gaben die Freien Wähler ihren Kandidaten bekannt – und es ist nicht Albert Luppart aus Pöcking, sondern Kreisvorsitzender Matthias Vilsmayer aus Gilching.

Der Kreisvorstand hatte sich, wie seit Wochen angekündigt, Ende Juni mit der Frage des Landratskandidaten befasst. „Dabei hat sich die Vorstandschaft mit großer Mehrheit dafür entschieden, der Mitgliederversammlung am 9. Juli den 1. Vorsitzenden des Kreisverbandes, Matthias Vilsmayer, als Kandidat der Freien Wähler vorzuschlagen“, teilte der Kreisverband gestern mit. Es handele sich um den Vorschlag des Vorstands, sagte Vilsmayer auf Anfrage. Bei der Aufstellungsversammlung am Dienstag, 9. Juli, ab 19.30 Uhr in Starnberg (Gasthaus Tutzinger Hof, Tutzinger-Hof-Platz) könnten sich natürlich noch andere für die Kandidatur bewerben.

Die Freien Wähler sind in zwei Wochen die zweite Partei oder Gruppierung, die den Landratskandidaten offiziell nominiert. Bisher ist nur Martina Neubauer (Grüne) aus Starnberg formell aufgestellt. Die CSU plant für die kommenden Wochen eine Aufstellungsversammlung, bei der der vom Kreisvorstand vorgeschlagene Kandidat Stefan Frey aus Starnberg formell nominiert werden soll. Die SPD wird Christiane Kern aufstellen, die inzwischen nach Starnberg gezogen ist. Sie und Vilsmayer kennen sich aus dem Landtagswahlkampf 2018, als beide angetreten waren. Die FDP war zuletzt noch in der Überlegungsphase – und von anderen Parteien oder Gruppierungen liegen noch keine Infos über Kandidaten vor.

Der Gilchinger Vilsmayer, der bei der Wahl 2014 als Landratskandidat 11,5 Prozent erreicht hatte und Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag ist, rechnet sich trotz der Stärken von CSU und Grünen Chancen aus. Er wolle „ein gewichtiges Wort mitreden“, sagte er, der schon vor Monaten Anspruch auf die Landratskandidatur angemeldet hatte, diese aber nicht um jeden Preis übernehmen wollte. Die Karten würden neu gemischt, und da alle bisher bekannten Kandidaten oder Kandidatenbewerber aus Starnberg seien, könnte er als Gilchinger andere Wähler ansprechen. „Ich gebe mich nicht geschlagen“, betonte der Unternehmer. Denn: Viele erwarten angesichts der Grundstimmung nach Umfragen eine Stichwahl zwischen Frey und Neubauer. Vilsmayer will das verhindern.

Und Albert Luppart? Viele hatten die Pöckinger Vizebürgermeister und langjährigen Vizelandrat auf der Liste. Der Pöckinger hatte sich stets alle Optionen offengehalten. Gestern war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Luppart hatte zuletzt 2008 als Landrat kandidiert; damals ging es um die Nachfolge von Heinrich Frey (CSU). Luppart erreichte 14,3 Prozent und kam nicht in die Stichwahl.

Karl Roth hatte im Februar nach langer Überlegung erklärt, 2020 nicht wieder anzutreten – obwohl er es nach der Altersregelung noch einmal gekonnt hätte. 

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