Wer bei Taschen und Koffern auf Qualitätsware setzt und deshalb am liebsten in einem Fachgeschäft einkauft, ist künftig in Starnberg schlecht beraten. Die beiden Einzelhändler für Lederwaren und Reisegepäck schließen ihre Geschäfte.
Starnberg – Wer bei Taschen und Koffern auf Qualitätsware setzt und deshalb am liebsten in einem Fachgeschäft einkauft, ist künftig in Starnberg schlecht beraten. Die beiden Einzelhändler für Lederwaren und Reisegepäck schließen ihre Geschäfte.
Die Lederboutique Schmidt an der Hauptstraße macht nach 21 Jahren dicht. Die Boutique hat Heidi Schmidt 1997 eröffnet. Sie ist Handelsfachwirtin und hat die Lederboutique gegründet, weil „es damals keine anderen Fachgeschäfte für Taschen in Starnberg gab“.
Inzwischen hat sie Konkurrenz bekommen mit „bagbord“ am Bahnhofplatz. Doch auch dieses Fachgeschäft wird seine Pforten schließen. Drei Gründe nennt dessen Inhaber Detlef Heinrich für seine Entscheidung. Der Standort ist für ihn nicht attraktiv genug. „Das ist hier ein Saisongeschäft. Wenn die Schiffe auf dem See fahren, haben auch wir Publikum, aber in den anderen Zeiten geht nicht viel.“ Zweitens knickt er vor dem Online-Handel ein. „Die Leute kommen zu mir, lassen sich beraten und verschwinden dann auf Nimmerwiedersehen.“ Und drittens fürchtet Heinrich, dass die Tunnelbaustelle viele Auswärtige von Starnberg fernhalten wird. Was der Verkehr ausmacht, hat er erfahren, als die Zufahrt in die Stadt baustellenbedingt einspurig war: „Da benötigte ich eineinhalb Stunden bis ins Geschäft statt sonst zwölf Minuten.“ Heinrich arbeitet im Angestelltenverhältnis anderswo weiter, „die letzten zwölf Jahre bis zur Rente“.
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Die Geschäftsaufgabe hat auch viele Gründe für Heidi Schmidt. „Ich habe oft darüber nachgedacht aufzugeben, weil ich älter werde und mein Mann bereits in Rente ist.“ Die Entscheidung wurde schließlich endgültig, „weil viele kleine Gründe zusammengekommen sind“. Aus finanzieller Sicht hätte sie dank ihrer Stammkunden „noch ungefähr zwei Jahre weitermachen können trotz der Online-Konkurrenz“.
Ihr Entschluss, den Laden zu schließen, sei von den Kunden mit Verständnis aufgenommen worden. „Alle sind traurig über die Schließung, aber wenn ich ihnen das erkläre, können sie das nachvollziehen.“ Was kommt danach? „Ich möchte zu Hause mit meiner Familie mehr Zeit verbringen und verreisen.“ Die Nachfolgenutzung für ihr Ladenlokal kennt Heidi Schmidt noch nicht. mek/mül