VonAlfred Schubertschließen
Nach zwölf Tagen Volksfest zogen Wirtin und Schausteller Bilanz. Sie sind durchwegs mit dem Besuch zufrieden, der Rekordwert von 2022, als ein Nachholbedarf nach zwei Jahren Corona-Pause bestand, wurde aber nicht erreicht.
Weilheim – „Die Leute haben sich gefreut, dass wieder was los ist. Entsprechend groß war der Andrang.“ So beschreibt die Wirtin des Festzelts, Petra Schöniger, das Volkfest, das nach zwei erzwungenen Ausfällen wieder stattfand. Der Rekord konnte heuer nicht gebrochen werden, im Gegenteil, der Besuch sei „schwächer als 2022“ gewesen. Der Auftakt am Donnerstag sei der beste Tag gewesen. Dies sei aber vermutlich nicht auf den Besuch von Markus Söder zurückzuführen, da der „erste Donnerstag immer sehr gut besucht“ sei. Insgesamt sei es ruhiger gewesen, „vor allem unter der Woche“. Trotzdem ist Schöniger zufrieden mit dem Verlauf des Fests. „Das Wetter hat gepasst“, was wichtig sei.
Die Renner bei den Gerichten, die im Festzelt serviert wurden, waren heuer Steckerlfisch und Rollbraten. Beim Bier ist laut Schöniger kein Trend festzustellen, auch nicht hin zum alkoholfreien. Nach den Corona-Beschränkungen läuft das Geschäft laut Schöniger allgemein wieder gut. Nach dem Volksfest ist für sie vor dem Volksfest. Nach Weilheim geht es mit wechselnden Schaustellern weiter nach Nördlingen, Waldkraiburg, Abensberg und Mainburg.
Am letzten Tag, dem Pfingstmontag, war heißes Sommerwetter. Im Zelt waren nur zwei Dutzend Tische belegt, dafür war der Biergarten davor fast voll. Auch Claudia Tille fand, dass das Wetter gut war, „nicht zu warm und nicht zu kalt“. Die Münchner Schaustellerin, die mit ihrer Wurfbude nur Volksfeste „rund um den Kirchturm“, also in der näheren Umgebung von München besucht, hat hier schon Hochwasser erlebt, bei dem „das Wasser fast in die Gummistiefel geflossen“ ist, und Tage an denen es so heiß war, „dass der Asphalt Blasen geworfen hat“. Dass das zweite Wochenende weniger gut besucht war als das erste führt sie auf die Pfingstferien zurück. Da seien viele Familien schon in den Urlaub gefahren.
Im „Großen und Ganzen zufrieden“ zeigt man sich auch am Getränkestand von Andreas Krems und Andreas Avi, die außerdem noch einen Imbissstand mit Bratwürsten und Pommes sowie ein Kettenkarussell betreiben. Das Wetter sei für sie zwar nicht optimal gewesen, das Geschäft sei aber trotzdem recht gut gelaufen.
Spenden für das Rote Kreuz
Bei Süßem zeichnet sich ein Geschmackswandel der Weilheimer ab. Von den mit Schokolade überzogenen Früchten wurde weniger konsumiert als noch im vergangenen Jahr, und am Stand mit Crêpes und Churros musste man hingegen fast immer anstehen, um an die französischen und mexikanischen Süßspeisen zu kommen.
Ein „normales Jahr auf hohem Niveau“ verzeichnete das Rote Kreuz laut Martin Biedermann. Es habe zahlreiche kleinere Probleme wie Blasen an den Füßen gegeben, die durch modisches Schuhwerk verursacht wurden. Einige Gäste hätten aufgrund der Hitze Kreislaufprobleme gehabt. Mehrmals wurde auch der Rettungsdienst bemüht, meist habe in diesen Fälle Alkohol eine Rolle gespielt. Die Losbude sei „ganz gut gelaufen“, weil sie die einzige auf dem Platz war. Erfreulich sei, dass etliche Besucher dem Roten Kreuz sogar Geld gespendet hätten, ohne ein Los zu kaufen.
