- VonHans Kürzlschließen
Emmerings Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU) muss in die Stichwahl gegen Ulrich Wiltawsky (Emmeringer Bürgergemeinschaft). Letzterer bekommt Unterstützung von den Grünen.
Mit Stichwahlen kennt man sich in Emmering aus. Wie vor sechs Jahren werden die Bürger ein zweites Mal zum Wahlgang gebeten. Allerdings startet Amtsinhaber Stefan Floerecke (CSU) aus der zweiten Reihe. Er liegt um etwa neuneinhalb Prozent hinter Ulrich Wiltawsky von der Emmeringer Bürgergemeinschaft (EBG), der bei der Stichwahl die Unterstützung der Grünen erhält. Die Wahlbeteiligung betrug 65,2 Prozent.
Der Bürgermeisterkandidat der Emmeringer Bürgergemeinschaft (EBG) will seine Freude nicht verbergen. „Ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung in der EBG und für das Vertrauen der Wähler“, so Ulrich Wiltawsky in einer ersten Reaktion, nachdem das Ergebnis feststand. Für ihn als Neuling in der Kommunalpolitik sei das nicht selbstverständlich. Mit seinen 48,8 Prozent erzielte er sogar noch ein leicht besseres Ergebnis, als dies Stefan Floerecke (CSU) vor sechs Jahren im ersten Wahlgang gelungen war. In allen 15 Wahllokalen einschließlich Briefwahl hatte der 46-Jährige die Nase vorn, teilweise mit über 50 Prozent.
Er habe sich nicht verstellt, das sei bei den Emmeringern wohl gut angekommen, meinte Wiltawsky. Bestimmte Themen seien nicht ausschlaggebend gewesen. „Bei Bürgermeisterwahlen ist die Person entscheidend“, sagte der EBG-Kandidat.
Grüne unterstützen Emmeringer Bürgergemeinschaft in der Stichwahl am 22. März
Er werde nun mit den Grünen in Bezug auf die Stichwahl Gespräche führen und um Unterstützung bitten. „Die Zeiten stehen auf Wechsel.“ Darum würden er und die EBG bis zum 22. März kämpfen.
Ein Satz, der auch Ulrike Saatze so ähnlich von den Lippen kommt. „Unser Ziel war der Wechsel“, sagte die Grünen-Kandidatin. Das habe man fast erreicht. Es sei nun sehr wahrscheinlich, dass es im Rathaus eine Veränderung gibt. Wiltawsky werde jedenfalls vonseiten der Emmeringer Grünen eine klare Empfehlung erhalten. „Er hat zum Amt des Bürgermeisters eine demütigere Haltung als der Amtsinhaber“, betonte Saatze.
Sie sei zwar mit dem eigenen Ergebnis nicht ganz glücklich, sagte Saatze zu ihren 11,9 Prozent. „Emmering und eine Frau als Bürgermeisterin, das passt wohl noch nicht so ganz zusammen.“ Sie sehe das Resultat aber im Gesamtbild. Saatze vermutete, dass etliche potenzielle Wähler der Grünen sich wohl aus taktischen Gründen für Wiltawsky entschieden hätten.
SPD will neutral bleiben
Amtsinhaber Floerecke zeigte sich enttäuscht. „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis erwartet“, war seine erste Reaktion. Die 39,3 Prozent bedeuten gegenüber seiner ersten Wahl von 2020 einen Rückgang von rund neun Prozent. Doch ans Aufgeben denke er nicht. „Das sind nur rund 300 Stimmen, die ich aufholen muss. Das ist zu schaffen, darum werde ich kämpfen.“ Vor allem seine Erfahrung im Amt will Floerecke in die Waagschale werfen. „Ich habe sechs Jahre lang erfahren, was realistisch umsetzbar ist, welche Wege gegangen werden können.“ Mit Luftschlössern und Versprechungen werde er nicht arbeiten.
Bei den Emmeringer Sozialdemokraten wird man laut dem Ortsvorsitzenden Eberhard Uhrich wohl bei der Haltung bleiben, keine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten auszusprechen. Von der Deutlichkeit des Abstandes zwischen EBG- und CSU-Kandidat zeigte sich Uhrich aber „sehr überrascht“.