Rettungsaktion endete traurig

Dramatischer Einsatz: Kuh stürzt in Güllegrube - offenbar hatte sie jemand absichtlich geöffnet

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Zentimeter für Zentimeter wurde die Kuh vorsichtig aus der Güllegrube gehoben, damit sie nicht verletzt wird.
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Dramatische Szenen haben sich am Montag auf einem Bauernhof bei Steingaden abgespielt. Eine Kuh ist in eine Güllegrube gestürzt - offenbar hatte sie jemand mit Absicht geöffnet.

Steingaden – Es ist kurz nach 18 Uhr am Montag, als die Sirenen von Lauterbach in Steingaden aufheulen. Die Feuerwehrmänner werden zu einer Großtierrettung nach Butzau gerufen. Eine Kuh ist durch einen Schacht in eine volle unterirdische Güllegrube gefallen und droht, darin zu ertrinken. Das Unfassbare: Irgendjemand muss das Eisengitter, mit dem der Schacht der Grube gesichert ist, absichtlich entfernt haben.

Einsatzleiter Tobias Lutz von der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach erkennt vor Ort sofort, dass weitere Kräfte zur Tierrettung dringend benötigt werden. Die Feuerwehr aus Steingaden wird nachalarmiert. Der Bio-Bauer auf dessen Hof die Kuh von Georg Lutz untergebracht ist, entleert die Grube zusammen mit fünf Bauern aus der Nachbarschaft mit Bulldogs und Vakuumfässern. Gleichzeitig bauen die Wehrmänner ein Schlauchsystem auf, durch das frische Atemluft in die Grube geblasen wird. Außerdem fixieren sie den Kopf der Kuh mit einer Leine, um ihn oberhalb der Gülle zu halten.

Update vom 5. Juli: Nun ist ein weiterer Fall publik geworden: Im Schongauer Land scheint ein Tierhasser sein Unwesen zu treiben.

Kuh fällt in Güllegrube: Tierarzt steht bei Rettung bereit

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Keiner weiß, wie lange die Kuh noch zu halten ist. Ein Lastwagen mit Kran trifft ein. Der Plan ist, nach Abpumpen der Gülle die Kuh mittels Bauchgurt durch den Schacht heraufzuheben. In unmittelbarer Nähe steht der Tierarzt, der sich immer wieder über den Zustand des Tieres informiert.

Es geht voran: Der Güllespiegel liegt jetzt so tief, dass ein Atemschutzträger in die Grube steigen kann. Er muss den breiten Halte- und Hebegurt unter dem Bauch des Tieres hindurch führen. Alles in knietiefer Gülle.

Lesen Sie auch: Hat ein Landwirt aus dem Holzland den Tierarzt zu spät geholt und deshalb eine Kuh unnötig lange leiden lassen, sodass sie am Ende noch dazu in trächtigem Zustand eingeschläfert werden musste? Um diese Frage drehte sich ein Prozess am Amtsgericht Erding. 

Kuh in Güllegrube gefallen: Zunächst scheint sie überlebt zu haben

Jetzt ist Fingerspitzengefühl beim Kranführer gefordert. Zentimeterweise wird das Tier nach oben gehoben. Es muss vermieden werden, dass sich die Kuh an dem Schacht verletzt. Geschafft. Die Kuh ist fast regungslos, aber sie lebt. Sofort nach dem Ablegen auf den Boden beginnen die Helfer, das Tier zu reinigen. Der Bio-Landwirt flößt der Kuh mit der Hand frisches Wasser ein. Stefan Lutz, Sohn des Bio-Bauern, dem die Kuh gehört, und seine Freundin Ronja knien neben dem Tier, streicheln es und reden beruhigend auf die Kuh ein.

Später, als wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, erzählt Bio-Bauer Georg Lutz, dass ihm am späten Nachmittag aufgefallen ist, dass eine seiner Kühe fehlt. Auf der Suche fiel ihm der offene Schacht auf. Es kam ihm seltsam vor, da auf dem Pensionshof immer alles bestens gesichert sei.

Güllegrube geöffnet - Kuh stürzt hinein: Polizei ermittelt

Die Polizei wird gleich am Montagabend hinzugezogen. „Wir ermitteln jetzt, warum der Schacht offen war“, erklärt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Es sehe so aus, als ob das Abdeckgitter absichtlich entfernt wurde. Von wem und aus welchem Grund, muss jetzt geklärt werden.

Gestern dann, am späten Nachmittag, erreicht die traurige Nachricht die Redaktion: Die Kuh hat es nicht geschafft. Sie wurde am Dienstag nach eingehender Untersuchung von einem Tierarzt eingeschläfert.

In Warngau hat ein Stier den dortigen Bürgermeister bei Stallarbeiten schwer verletzt. Eine Kuh, die scheinbar niemandem gehört, hat ein Landwirt auf seiner Weide in Tussenhausen (Landkreis Unterallgäu) entdeckt. Ihre Herkunft ist ein Rätsel.

Ein Junge ist in Gröbenzell ins Gleisbett gestürzt, als plötzlich eine S-Bahn in den Bahnhof rauschte. Mit einem provokanten Parkmanöver in seinem Porsche Cayenne versperrt ein Rentner aus Inning bei Starnberg einem Landwirt den Weg durchs Dorf. Ein Gülle-Streit eskaliert.

2011 wurde die entlaufene Kuh Yvonne als „Kuh, die ein Reh sein will“ berühmt. Acht Jahre später ist sie auf Gut Aiderbichl in Deggendorf gestorben.

hh/es

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