VonAndreas Steppanschließen
Nach etwa zweieinhalb Monaten hat die Polizei ihre Ermittlungen zur folgenschweren Stichflamme in einer Tölzer Kellerkneipe weitgehend abgeschlossen – mit einem überraschenden Ergebnis.
Bad Tölz – Die anfängliche These, ein Gast habe hochprozentigen Alkohol auf die brennende Theke gespuckt und so die Stichflamme ausgelöst, hat sich laut Polizeisprecherin Veronika Reitschuh „so nicht bestätigt“.
Seit dem Unfall, der sich in der Nacht zum 8. April ereignete, habe die Kripo „sehr umfangreich ermittelt und sehr viele Zeugen vernommen“, erklärt Reitschuh. Wie berichtet war es in dem Lokal an der Badstraße zu einer Verpuffung gekommen. Nach einem dort gängigen Ritual war zum Klang eines bestimmten Liedes die Theke mit hochprozentigem Rum benetzt und angezündet worden – ein auch andernorts beliebter Showeffekt.
Alkohol anzünden sollte ein Showeffekt sein
In der Tölzer Kneipe aber führte das Spielchen zur Katastrophe: Es entstand eine Stichflamme, vier Gäste wurden schwer verletzt. Diesbezüglich kann Veronika Reitschuh mitteilen, dass mittlerweile alle Verletzten das Krankenhaus verlassen konnten. „Bei zwei von ihnen sind aber weiterhin Nachbehandlungen nötig.“
Unmittelbar nach dem Unglück hatte man angenommen, dass die Verpuffung durch einen unbekannten Gast ausgelöst wurde, der in die Flammen spuckte. „Die Ermittlungen haben aber keine Hinweise auf eine Fremdbeteiligung ergeben“, sagt die Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Anfrage des Tölzer Kurier.
Die Polizei übergebe nun ihre Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft. Die müsse entscheiden, ob jemand für das Unglück verantwortlich zu machen ist, und ob sie Anklage erhebt.
