Klares Votum

Stichwahl in Schwabhausen: Wolfgang Hörl setzt sich klar durch

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Gespanntes Warten auf die Ergebnisse: Florian Scherf und Wolfgang Hörl mit Gemeindechef Josef Baumgartner (v.l.) im Amtszimmer des Bürgermeisters.
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Am Ende war es eine klare Angelegenheit: Wolfgang Hörl setze sich in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Schwabhausen mit 57,25 Prozent durch, Florian Scherf erreichte 42,75 Prozent. Dennoch barg der Wahlabend Dramatik.

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Stichwahl in Schwabhausen: Wolfgang Hörl gewinnt gegen Florian Scherf

Schwabhausen – Der Sekt, mit dem am Sonntag im Schwabhauser Rathaus auf den Ausgang der Stichwahl angestoßen wurde, wird normalerweise dort bei Trauungen ausgeschenkt. Diesmal erhoben Noch-Bürgermeister Josef Baumgartner, Landrat Stefan Löwl und der unterlegene Florian Scherf die Gläser auf den Stichwahlsieger: Wolfgang Hörl wird die nächsten sechs Jahre die Geschicke der Gemeinde Schwabhausen lenken. Hörl (Bürgerblock Arnbach/Freie Wähler Schwabhausen) kam am Ende auf 57,25, Florian Scherf (CSU) auf 42,75 Prozent. Unter dem Strich war das eine klare Angelegenheit.

Gegen 19.15 Uhr waren die Ergebnisse aus den sechs Briefwahl-Stimmbezirken im Kasten (siehe unser Kasten rechts), und die Reihenfolge der Meldungen hatte für eine schöne Dramaturgie gesorgt: Zuerst lag Hörl ordentlich vorn, dann holte Scherf auf, um sich gar um kurz vor 19 Uhr bis auf 48,5 zu 51,5 Prozent heranzuarbeiten. Es fehlte nur noch ein Stimmbezirk, doch schnell machte die Runde, dass es sich um Arnbach handelte – also die berühmte „gmahde Wiesn“ für den Arnbacher Wolfgang Hörl. So war es dann auch: 81,65 Prozent der Arnbacher, die ihre Stimme abgeben, votierten für ihren „Nachbarn“ vom Bürgerblock.

Die Sorge, es könnten wegen der Briefwahl weniger wählen, erwies sich zudem als unbegründet: Die Wahlbeteiligung war mit 68,7 Prozent sogar noch höher als vor zwei Wochen (66,3 Prozent).

Wolfgang Hörl konnte sich also seiner Sache am Ende sicher sein und das Endergebnis mit einer Mischung aus „Freude, Erleichterung und Stolz“ vernehmen. Vor allem aber schob sich bei ihm ganz schnell die Erkenntnis in den Vordergrund, „dass ich großen Respekt vor der neuen Aufgabe habe, gerade in der Situation, vor der wir stehen!“ Insofern sei er sehr froh, dass eigentlich alle Gruppierungen, die vor zwei Wochen in den Gemeinderat gewählt worden seien, das „gemeinsam an einem Strang Ziehen“ betont hätten: „Denn wir brauchen jetzt natürlich keine Lobbyisten, sondern Mannschaftsspieler!“

Er werde sich deshalb auch „schnellstmöglich mit allen Gruppierungen zusammensetzen. Angesichts dessen, was vor uns liegt, können wir keine Grabenkämpfe brauchen, wir müssen zum Beispiel über Veränderungen im Haushalt reden, den wir bei schönem Wetter aufgestellt haben, aber die Wetterlage ist jetzt eine ganz andere. Und der Verwaltungsapparat muss unter den neuen Bedingungen neu ausgerichtet werden,“ sagte Hörl.

Nachrücker für ihn in den Gemeinderat ist jetzt übrigens Bernhard Rapp.

Seinem Gegenkandidaten in der Stichwahl, Florian Scherf, sprach Hörl den „Dank für einen Wahlkampf aus, bei dem alles im vernünftigen Rahmen geblieben ist“. Und auch dem in der ersten Runde ausgeschiedenen Thomas Hack von der UBV zollte er seinen Respekt. Hack und die UBV brächten viel „Dynamik“ mit in den Gemeinderat.

Der gestern unterlegene Florian Scherf gab das Kompliment zurück über einen „fairen und nie fiesen Wahlkampf“. Klar sei er enttäuscht, „aber das Verlieren gehört eben zur Demokratie!“ Im Übrigen habe er erneut rund 500 Stimmen weniger als Hörl bekommen, das sei eine deutliche Mehrheit, es gebe einen „verdienten Sieger“. Das sei ihm auch „lieber so, als wenn ich mit ein paar Stimmen Unterschied verloren hätte“.

Auch Scherf fand den Wahlkampf der UBV sehr „inspirierend und modern. Von den Ideen wollen wir etwas mitnehmen in die Gemeinderatsarbeit“. Bei so viel Harmonie war es nur recht und billig, mit dem Trauungssekt der Gemeinde anzustoßen.

Kommentar - Ein klares Mandat

Es ist natürlich der Favorit gewesen, spätestens nach den fast 46 Prozent der Wählerstimmen, die Wolfgang Hörl vor zwei Wochen in der ersten Wahlrunde geholt hatte. Der höhere Bekanntheitsgrad und ein ganzer Ort, der hinter ihm steht – in Arnbach holte der neue Bürgermeister über 80 Prozent der Stimmen – gaben letztlich deutlich den Ausschlag. 

Die Wähler der Gemeinde Schwabhausen haben eine klare Wahl getroffen zwischen insgesamt drei fähigen Kandidaten, die sehr locker und fair miteinander umgegangen sind. Das lässt auch auf eine faires Miteinander im Gemeinderat hoffen. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben in der Corona-Krise ist das sicher der Wunsch aller Wähler.

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