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Autofahrer müssen am Wochenende wohl erneut Geduld beweisen. Zur halbseitigen Sperrung der Isarbrücke kommt nun noch eine Sperrung auf der Flinthöhe. Das Straßenbauamt hofft durch eine intelligente Umleitung auf möglichst wenig stockenden Verkehr.
Bad Tölz – Es ist in der Tat derzeit nicht einfach, sich mit dem Auto in und um Bad Tölz zu bewegen. Zur einseitigen Sperrung der Isarbrücke in der Altstadt kommt jetzt am Wochenende eine weitere dazu. Wie das Staatliche Bauamt Weilheim meldet, wird im Zuge des Ampel-Neubaus auf der Flinthöhe auch der Fahrbahnbelag der Bundesstraße 472 erneuert – und zwar zwischen der Einmündung zur Sachsenkamer Straße bis östlich der Einmündung der Kreisstraße Töl 12 bei Greiling. Dafür ist eine Vollsperrung nötig, die am Freitag um 18 Uhr beginnt. Bis Montag, 6 Uhr, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – allerdings nur, wenn witterungsbedingt keine Verzögerungen dazukommen.
„Es gibt fast keine andere Möglichkeit, als die Arbeiten mit einer Vollsperrung an einem Wochenende zu machen“, sagt Stefan Vogt vom Staatlichen Bauamt. Die Alternative sei eine Baustelle, die sich nachts zwei bis drei Wochen ziehen würde. „Die Belastung vor allem für die Anwohner wäre deutlich größer.“ Daher habe man sich für diese Variante entschieden.
Die Umleitung sieht so aus: Wer von Richtung Tegernsee kommt, wird großräumig über Holzkirchen und die B 13 zurück nach Tölz umgeleitet. In Tölz selber wird über das Gewerbegebiet auf dem Flintareal, die General-Patton-Straße und das Lettenholz umgeleitet. Gefahren werden darf nur in einer Richtung, entsprechende Einbahnstraßen-Schilder werden laut Bauamt aufgestellt.
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„An der Einmündung zur Sachsenkamer Straße werden wir die Ampel ausschalten. Es wird keine kreuzenden Verkehrsströme geben“, sagt Vogt. Auf der Flinthöhe wurden außerdem Halteverbotsschilder aufgestellt. So soll es möglichst wenige Stockungen geben. Das sei auch für die Bauarbeiter selbst wichtig: Das Mischgut sollte möglichst nicht im Stau stehen. Die Umleitung erfolge zwar großräumig, der Verkehr über die B 472 und die B 13 schlage aber trotzdem vermutlich zu großen Teilen wieder in Bad Tölz auf.
Knifflig werden die Arbeiten an einer Stelle: Dort, wo die Umleitung die eigentlich gesperrte Strecke kreuzt (siehe Grafik). Dieser Teil werde voraussichtlich spät nachts erneuert. „Es könnte sein, dass der Verkehr kurzzeitig angehalten werden muss, während die Maschine durchgeht“, sagt Vogt. Direkt danach könnten Autos schon wieder kreuzen.
„Mit genügend Vorlauf wirken sich solche Sperrungen oft nicht so schlimm aus wie befürchtet“, sagt Alois Grünwald von der Tölzer Polizeiinspektion. „Ich denke, es ist ganz gut durchdacht, dass hier nur in eine Richtung gefahren werden darf. Ich bin guter Dinge.“ Dass gerade durchs Wohngebiet Lettenholz am Wochenende vermehrt gerast wird, glaubt Grünwald nicht. „Das sollte aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens nicht möglich sein.“ Er und seine Kollegen würden natürlich die Umleitungsstellen im Auge behalten, gerade auch die Halteverbote, „damit da keiner blöd rumsteht“. Auch die Polizei selbst sei von den Einschränkungen betroffen, sowohl auf dem Weg zur Arbeit, als auch bei möglichen Einsätzen. „Aber es ist besser, das Ganze in zweieinhalb Tagen zu machen, statt in ein paar Wochen.“
Das sieht man bei der Stadt Bad Tölz ähnlich. „Für die betroffenen Anwohner am Lettenholz ist das Wochenende mit Sicherheit eine große Belastung, die wir sehr bedauern“, sagt Sprecherin Birte Otterbach. Es sei aber positiv, dass das Bauamt die Störung auf einen kurzen Zeitraum bündle. Dass die Sperrungen der Isarbrücke und der B 472 aufeinander Auswirkungen hätten, glaubt sie nicht. Die Bevölkerung komme bislang gut mit den bestehenden Umleitungen zurecht.
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Die Stadt hoffe, dass durch die Erneuerung der Ampelanlage auf der Flinthöhe ein Stauschwerpunkt in Tölz beseitigt werde. Dauerhaft könne aber nur die geforderte Nordumfahrung Entlastung bringen. „Ich habe mehrfach mit Vehemenz gefordert, dass die Umgehungsstraße endlich kommt“, sagt Bürgermeister Josef Janker. „Das Projekt ist mir ein großes Anliegen. Es wird höchste Zeit, dass hier endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Leider können wir als Stadt in diesem Thema nicht viel bewirken, wir sind abhängig von den Entscheidungen der Obersten Baubehörde. Ich bin aber zuversichtlich, dass das Planfeststellungsverfahren zügig vorangetrieben wird.“
Eine weitere Baustelle hat sich übrigens verschoben: Ursprünglich hätte ebenfalls im Juli eine neue Einfädelspur für Linksabbieger in die B 472 von Greiling kommend gebaut werden sollen. „Das haben wir auf nächstes Jahr verschoben“, sagt Stefan Vogt. „Wir wären personell ins Schleudern gekommen und wollten den Autofahrern nicht noch mehr aufbürden.“

