Streit um Gelbe Tonne: Viertelpolitiker uneins über Müllkonzept

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Gelbe Tonne fürs Viertel? In Untergiesin-Harlaching wird das kontrovers diskutiert.
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Ist die Gelbe Tonne auch was für Untergiesing-Harlaching? Diese Frage wurde im Bezirksausschuss kontrovers diskutiert.

Alle Jahre wieder, so möchte man fast sagen, wird in München über die Einführung der Gelben Tonne diskutiert. Statt Plastik- und Verpackungsmüll über die öffentlichen Recycling-Container zusammenzutragen, soll das Plastik neben Papier-, Bio- und Restmüll in den Häusern und Wohnanlagen gesammelt und anschließend abgeholt werden. Ob dieses System auch für Untergiesing-Harlaching sinnvoll wäre, hat der zuständige Bezirksausschuss (BA) auf seiner vergangenen Sitzung diskutiert – und das durchaus kontrovers.

Grüne begrüßen den Vorschlag

„Wir begrüßen den Vorschlag“, erklärte Grünen-Politikerin Petra Jakobi. Regelmäßig gäbe es durch Lärm und Verschmutzung Ärger über die bisherigen Recycling-Container. Gerade im von Einfamilienhäusern geprägten Harlaching müssten Bürger zudem weite Wege zurücklegen, um Plastik zu recyceln. Die Gelbe Tonne im eigenen Haus brächte insbesondere für Senioren und Menschen mit Behinderungen Vorteile. So könnte die Akzeptanz für bessere Mülltrennung gesteigert werden.

CSU befürchtet steigende Kosten

Die CSU-Fraktion zeigte sich dagegen nicht überzeugt. Die Plastiksammelcontainer verursachten kaum Lärm, sondern das Altglas. Auch hätten viele Häuser keinen Platz für eine weitere Tonne im Müllhäuschen. Zudem müssten steigende Kosten durch ein Holsystem verhindert werden. Und schlussendlich müsse geklärt werden, ob der Münchner Müllverbrennung genug Brennstoff bleibt, wenn das Plastik aus dem Restmüll sortiert und anderweitig genutzt würde.

„Müllvermeidung ist nicht unsere Stärke“

Tatsächlich zeigen Zahlen des Umweltbundesamts von 2021, dass rund zwei Drittel der Kunststoffabfälle in Deutschland verbrannt werden. Nur ein knappes Drittel wird recycelt und wiederverwendet.

Die Grünen konnten die CSU-Bedenken nicht nachvollziehen. Die Müllmenge in München ist nicht das Problem. „Müllvermeidung ist nicht unsere Stärke“, sagte Babette Lischka. Und auch Kosten entstünden bereits jetzt, sie würden nur über Recyclingsystem anders bezahlt. Dennoch stimmte der BA dem Vorschlag zu, sofern die noch offenen Fragen im Vorfeld geklärt würden.

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