Ankauf von Wohngebäude

Strüngmann-Areal in Bad Wiessee nochmals gewachsen - Hotel-Planung wird angepasst

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Auf einer riesigen Fläche am Seeufer entsteht die Hotel-Anlage der Familie Strüngmann. Durch den Kauf des Anwesens Riedersteinweg 2 (helles Gebäude links) hat sich das Plangebiet noch einmal vergrößert.
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Am Seeufer von Bad Wiessee soll bald das Strüngmann-Hotel entstehen. Durch den Ankauf eines weiteren Anwesens ist das Plangebiet noch einmal gewachsen. Am Zeitplan soll das nichts ändern.

Bad Wiessee Von wachsender Ungeduld war das geplante Leuchtturmprojekt der Familie Strüngmann in Bad Wiessee zuletzt begleitet worden. Viele Bürger – und auch die Gemeinde – warten darauf, dass sich endlich Sichtbares tut auf dem riesigen Areal, wo einst das Hotel Lederer und die alte Spielbank standen.

Strüngmann erwirbt Wohngebäude, das mitten im Plangebiet liegt

Im Gemeinderat gab’s am Donnerstagabend (15. September) nun eine überraschende Nachricht: Wie Bauamtsleiter Anton Bammer mitteilte, konnte Athos – das Familienbüro der Strüngmanns – vor wenigen Wochen noch das Anwesen am Riedersteinweg 2 erwerben. Das Wohnhaus liegt mitten im Plangebiet – „es war bisher von der Hotellerie umzingelt“, erläuterte Bammer. Der Kauf des Grundstücks, der laut Bürgermeister Robert Kühn (SPD) letztlich von beiden Seiten aus „partnerschaftlich und in guter Art und Weise vonstatten ging“, eröffnet dem namhaften Bauwerber nun weitere Möglichkeiten. Nach derzeitigem Stand, so teilte Bammer mit, sei für das Wohnhaus ein Ersatzbau geplant.

CSU-Sprecher befürchtet weitere Verzögerungen bei Planung und Bau

CSU-Sprecher Florian Sareiter erkannte zwar durchaus den Vorteil, den der Kauf des zusätzlichen Grundstücks für die Fläche mit sich bringt, äußerte aber auch die Sorge, dass sich durch die erforderliche Anpassung der Planung die Realisierung des Projekts weiter verzögern könnte. „Wir müssen jetzt mit Athos schnellstmöglich in die Gänge kommen“, forderte er. Bauamtsleiter Bammer beschwichtigte. Die Planung sei durch die Detailanpassung keineswegs aufgehalten. „Dass sich der Baubeginn dadurch verzögert, ist definitiv nicht der Fall“, versicherte Bammer. Zumal die geplanten Gebäude entlang des Seeufers sukzessive von Süd nach Nord errichtet werden sollen.

Athos will in Oktober-Sitzung alle Planänderungen vorstellen

Ob man sich durch die neue Fläche baulich nur etwas Luft verschafft (SPD-Sprecher Bernd Kuntze-Fechner: „Das wäre die Chance einer gewissen Entzerrung“) oder ob dort tatsächlich ein zusätzlicher Baukörper entsteht, dazu wird es wohl erst in der Oktobersitzung des Gemeinderats konkrete Aussagen geben. Dann will Athos sämtliche Planänderungen vorstellen. „Bis dahin fischen wir im Trüben“, sagte Kühn, der darum bat, den Umplanungen die nötige Zeit zu geben. Wie Bammer berichtete, sollen dabei auch weitere Wünsche des Gemeinderats berücksichtigt werden. So solle unter anderem das im Vorfeld viel diskutierte U-förmige Gebäude am nordwestlichen Ende des Plangebiets noch einmal geändert werden. Ein weiteres Ziel sei es, den Abstand des Spa-Bereichs („Waldbad“) nach Norden hin zu vergrößern.

Noch heuer finden die Bodenarbeiten auf dem Strüngmann-Areal statt

Auf Nachfrage bestätigt Athos, dass man sowohl am zuletzt vorgestellten Konzept der Hotel-Anlage mit ihrem dörflichen Charakter und den rund 100 Zimmern als auch am Zeitplan festhalte. Nach der im Frühjahr erfolgten Rodung solle noch dieses Jahr mit den vorbereitenden Bodenarbeiten und dem Abtrag der Oberschicht begonnen werden, teilt Athos-Sprecher Stephan Heller mit. Wie in der Gemeinderatssitzung deutlich wurde, steht für diese Maßnahme nur noch die Genehmigung durch das Landratsamt aus.

Auch der weitere Fahrplan steht: Anfang 2023 wird laut Heller die Baugrube erstellt. „Der Tiefbau in der anspruchsvollen Seetonschicht wird uns das ganze Jahr 2023 über beschäftigen, so dass wir wirklich genug Zeit haben, währenddessen die Gebäudearchitektur im Ausbaudetail zu planen“, sagt der Sprecher. Der Rohbau beginne dann Anfang 2024. Was den Fertigstellungstermin betrifft, „sind wir optimistisch und hoffen, dass die Lieferketten und Verfügbarkeiten von Unternehmen und Materialien sich bis 2024 wieder entspannen“.

In der Vergangenheit wurde die Eröffnung der Hotel-Anlage für 2026 angekündigt. Betreiben wird das Fünf-Sterne-plus-Haus Claus Sendlinger mit seinem Unternehmen Slow Hospitality.

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