Sanierungsrundgang durch Tutzing

Suche nach Energiespar-Lösungen

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Wie er Energie spart, erklärte Architekt Wenzel Bauer (l.) im Keller seines Hauses (v.l.) Konrad Lang, Josefine Anderer (Klimaschutzmanagerin des Landkreises), Werner und Anita Kempter.

Energiewende und Energie sparen: Wie macht man das? Beispiele gab es bei einem „Sanierungsrundgang“ in Tutzing, mehrere Informationsveranstaltungen folgen in dieser Woche. Ärger über ungerechtfertigte Preissteigerungen bleibt dabei nicht aus.

Tutzing – Josefine Anderer stellte gleich klar: „Es gibt nicht für jedes Eigenheim die perfekte Lösung“, sagte die Klimaschutzmanagerin des Landkreises am Freitag zu Beginn eines „Sanierungsrundgangs“ in Tutzing. Nicht nur aus Tutzing, auch aus Bernried kamen interessierte Menschen dazu, um sich Beispiele für energetische Sanierungen und Heizungssysteme zeigen zu lassen.

Die drei nach dem KfW-55-Standard errichteten „Pschorr-Häuser“ am Beringerweg sind mit einer gemeinsamen Pellets-Heizungsanlage ausgestattet. Sie funktioniere gut, sagte Architekt Wenzel Bauer, der vor mehr als 20 Jahren schon zu den Pionieren der „lokalen Agenda“ in Tutzing gehörte. Doch die aktuellen Pellets-Preise bezeichnete er als „total ungerechtfertigt“. Beim Strom sei es genauso, ergänzte ein Besucher: „Bei Ökostrom gibt es keine Abhängigkeit vom Gas, aber trotzdem langen alle hin.“

Bei der Sanierung seines eigenen Hauses an der Herzogstandstraße waren Bauer mehrere Aspekte wichtig: Energie, Altersgerechtigkeit und Einbruchschutz. Den Energieverbrauch konnte er deutlich reduzieren: Vor der Sanierung 33 000 Kilowattstunden im Jahr, danach 12 000 Kilowattstunden jährlich. Wärmetauscher aus Pufferspeichern mit 1500 Litern Inhalt erwärmen Heizungs- und Brauchwasser, es gibt eine thermische Solaranlage, einen Wasser führenden, holzbefeuerten Kaminofen, ein Gasbrennwertgerät und eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Heizungsanlage hat Bauer vom Keller ins Obergeschoss verlegt – sie habe früher die meiste Energie für sich selbst verbraucht, sagte er. Die Außenwände verfügen über Vollwärmeschutz mit 14 Zentimetern Stärke, die Fenster über Dreifachverglasung. Wärmebrücken, an denen die Wärme schnell nach außen gelangt, gibt es laut Bauer nicht mehr.

Die aktuellen Preissteigerungen treffen ihn mit einer Erhöhung um 157 Prozent, wie er berichtete. Bis Ende September betrugen die Abschlagszahlungen 86 Euro monatlich, seit dem 1. Oktober sind es 221 Euro im Monat. Der dritte Besichtigungstermin war bei Michael Ehgartner an der Lange Straße im Fischerbuchet. Der Grünen-Gemeinderat hat sich beim Neubau eines Mehrfamilienhauses für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entschieden, deren Strom eine Solaranlage liefert. Sie soll tief ins Erdreich gelegt werden. Dort sind die Temperaturen recht konstant.

Die Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“ teilt unterdessen mit, dass die Aktion „100 Balkonkraftwerke in Tutzing“ in Kürze starten soll. Voraussichtlich vom kommenden Samstag, 15. Oktober, an sollen die Fotovoltaik-Module bestellt und von Freitag, 21. Oktober, an abgeholt werden können. In der nächsten Woche soll eine Internetseite zur Bestellung der Kraftwerke freigeschaltet werden. Ein optimales Lager für die Paletten suchen die Initiatoren nach wir vor, sie bitten um Tipps oder Angebote. Helfer sind gern gesehen. In einer Doodle-Liste können sich Interessierte eintragen: doodle.com/meeting/participate/id/e0Vx6G5b.

Drei Veranstaltungen

zu den Themen Erneuerbare Energien und Klimaschutz kündigt die Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“ an. Am heutigen Montag geht es ab 19.30 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal um „Sonnenstrom vom eigenen Dach. Hausbesitzer bekommen Antworten auf ihre Fragen“. Am Donnerstag, 13 Oktober, 18 Uhr, lautet das Motto im Bernrieder Sommerkeller: „Energiewechsel – wie macht man das?“, eine Infoveranstaltung des Bernrieder Arbeitskreises Energie. Ebenfalls am Donnerstag, ab 19 Uhr, steht in der Evangelischen Akademie Tutzing der „Kampf um den Regenwald“ auf dem Programm. Es geht um „gutes Zusammenleben, indigene Rechte und Klimaschutz in Pcharini, München und Tutzing“.

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