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Ein Video zeigt Feiernde vor einem Sylter Lokal, wie sie zu einem Lied rassistisch grölen. Für die Beteiligten hat das Konsequenzen.
Sylt/München – Das rechtsradikale Skandal-Video von Feiernden auf der Insel Sylt schlägt bundesweit Wellen der Empörung. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich zu dem rassistischen Vorfall und schrieb auf der Plattform „X“: „Solche Parolen sind eklig. Sie sind nicht akzeptabel. #Sylt“. Der Bürgermeister von Sylt, Nikolas Häckel (parteilos) sagte im Gespräch mit kreiszeitung.de: „Wir haben für diese Gesänge null Toleranz. Dieses Verhalten ist für uns abstoßend und vollkommen inakzeptabel. Wir dulden das nicht.“ Kurze Zeit nach Bekanntwerden des Videos schaltete sich der Staatsschutz ein und erklärte, gegen fünf Beteiligte zu ermitteln, wie die Polizei am Freitag (24. Mai) mitteilte.
Nach Rassismus-Eklat auf Sylt: Münchner Unternehmen spricht Kündigung aus
Das Partyvideo, in dem junge Menschen beim Skandieren rassistischer Parolen zu sehen sind, beginnt, für die Beteiligten reale Konsequenzen zu haben. Am Freitagnachmittag veröffentlichte ein Münchner Unternehmen ein Statement und sprach sich gegen Rassismus aus. Einer der Beteiligten war mutmaßlich bei der Werbeagentur angestellt. In dem Video ist er zu sehen, wie er eine Geste macht, die an einen Hitlergruß denken lässt.
In einer Instagramstory teilte das Unternehmen „Serviceplan Group“ mit, sofort gehandelt zu haben und eine fristlose Kündigung ausgesprochen zu haben, als der Vorfall bekannt wurde. „Wir sind ein weltoffenes Unternehmen und leben unser Leitbild der Stärke durch Vielfalt in allen unseren Houses of Communcation mit 6.000 Kolleg:innen aus mehr als 50 Ländern weltweit täglich.“ Und weiter: „Rassismus wird innerhalb der Agenturgruppe in keiner Form geduldet.“
CSU dementiert Verbindung noch am Freitagabend
Dem Vernehmen nach soll selber Verdächtiger auch für die CSU in einem oberbayerischen Ortsverband aktiv gewesen sein. Selber Ortsverband dementiert aber noch am Freitagabend öffentlich auf Instagram: „Keiner der beteiligten Personen war und ist Mitglied.“
Konsequenzen für Beteiligte in rassistischem Video: Kündigungen und Ermittlungen des Staatsschutzes
Auch für weitere Beteiligte in dem Video folgen neben den Ermittlungen des Staatsschutzes und des medialen und politischen Widerhalls ebenfalls Konsequenzen. Eine Frau, die wohl bei der Hamburger Influencerin Milena Karl angestellt gewesen sein soll, verlor mittlerweile ihren Job. Karl teilte am Freitag in einer Instagram-Story mit, ihre Assistentin „mit sofortiger Wirkung“ entlassen zu haben.
Auch die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW sah sich veranlasst, ein Statement zu dem Video zu veröffentlichen. „Es besteht der Verdacht, dass es sich bei einer der beteiligten Personen um eine Studierende der Hochschule handelt“, heißt es darin. Hinweisen auf beteiligte Personen werde derzeit polizeilich nachgegangen, teilte die Hochschule mit.

