VonJonas Napiletzkischließen
Zwei Männer (37 und 39) wurden am Taubenstein von Schneewehen überrascht. Die Rettung erfolgte am Folgetag - unter widrigen Bedingungen.
Schliersee – Zwei Wanderer, die am Donnerstag aus noch unbekannten Gründen auf den Taubenstein aufgestiegen sind, haben sich den Abstieg nicht mehr zugetraut, daraufhin in einer Nische der Bergstation übernachtet und am Freitag die Bergwacht zur Hilfe gerufen. Es folgte ein schwieriger Rettungseinsatz bei Neuschnee und Sturmböen bis zu 180 Stundenkilometern, der trotz der widrigen Umstände glimpflich endete: Die beiden Sportler konnten unverletzt ins Tal geführt werden, wie Lenz Haberle, Sprecher der Bergwacht Schliersee, in einem Einsatzbericht schildert.
Vorher waren die Männer (37 und 39) offenbar am Donnerstagabend zu Fuß im Bereich des Taubenstein unterwegs, als sie sich gegen 21 Uhr laut Haberle wegen der Schneewehen und der schieren Menge an Schnee gegen einen Abstieg in der Dunkelheit entschieden. Stattdessen suchten sie an der Bergstation der Taubensteinbahn Schutz, die im Winter jedoch außer Betrieb ist. In einem vor Wind und Schnee geschützten Winkel an der Ostseite des Gebäudes übernachteten die beiden – wohl mit dem Ziel, am nächsten Tag selbstständig abzusteigen.
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Männer in den Alpen von Schneewehen überrascht: Alarm um 7.45 Uhr
Doch auch aus diesem Plan wurde nichts: Trotz einer entsprechenden Wetterprognose seien die Wanderer über Nacht von rund zehn Zentimeter Neuschnee überrascht worden, sagt Haberle. Die Böen sorgten außerdem zu Schneeverfrachtungen bis zu einer Höhe von einem Meter. Die Männer, die laut Haberle nur unzureichend und weder mit Schneeschuhen noch mit Tourenskiern ausgerüstet waren, alarmierten daraufhin am Freitagmorgen gegen 7.45 Uhr die Bergwacht.
Unter der Einsatzleitung von Quirin Loher machten sich sieben Retter der Bergwacht Schliersee und ein Ehrenamtlicher der Bergwacht Hausham auf den Weg zum Taubenstein. Zunächst versuchte die Mannschaft, mit einem All-Terrain-Vehicle (ATV) zur Bergstation zu gelangen, musste jedoch wegen eines umgestürzten Baumes nahe der Maxlraineralm einen alternativen Weg finden.
Unterkühlung knapp entronnen - schwieriger Rettungseinsatz der Bergwacht
Daraufhin fuhren die Helfer mit einem Einsatzfahrzeug der Bergwacht zum Schwarzenkopf und stiegen von dort zu Fuß auf. Vor Ort wurden die beiden Männer in einen Schutzraum der Station gebracht, zu dem die Bergretter Zugang haben. Dort wurden sie mit Wärmewesten versorgt, erklärt Haberle. Einer Unterkühlung waren sie wohl dank ihres windgeschützten Nachtlagers knapp entronnen.
Angeführt von den Ehrenamtlichen stieg die Gruppe im Anschluss über den Oberen Lochgraben zum Schwarzenkopf ab, von wo sie mit dem Einsatzfahrzeug ins Tal fahren konnte. Der Einsatz war für die Ehrenamtlichen nach über drei Stunden gegen 11 Uhr beendet. Was die beiden Wanderer in der stürmischen Nacht nach Einbruch der Dunkelheit am Taubenstein gesucht hatten, blieb auch für die Bergretter unklar. nap
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