VonGerti Reichlschließen
Während alle Augen auf den aggressiven Schwan blicken, schwimmt im Tegernsee ein noch exotischeres Tier: eine Mandarinente. Das Tier ist jedoch dem Tod geweiht.
Tegernsee – Die lebhafte Debatte um den aggressiven Schwan am Tegernsee veranlasst dieser Tage offenbar immer mehr Menschen dazu, das Treiben auf dem See genauer zu beobachten.
Unser Leser Andreas Wagner aus Bad Wiessee hat eine exotische Mandarinente am Seeufer entdeckt und mit der Kamera festgehalten.
Exotisches Tier am Tegernsee: „Die Mandarinente gehört nicht hierher“
Hält auch diese, ursprünglich in Ostasien beheimatete Vogelart mit ihrem prächtigen orangen und roten Gefieder jetzt am Tegernsee Einzug?
Wir haben nachgefragt bei Wolfgang Hiller, Vogelbeobachter beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Landkreis Miesbach: „Ganz klar: Die Mandarinente gehört nicht hierher“, sagt Hiller. Er geht davon aus, dass das Tier bei einem Züchter gekauft und dann am Tegernsee ausgesetzt wurde.
„Der Trend zu so einer Unsitte ist leider da. Das ist echt ein Chaos.“
Hiller räumt dem Tier keine großen Überlebenschancen ein: „Auch wenn die Ente keine natürlichen Feinde hat, so wird sie nicht überleben, wenn sie tatsächlich hier bleiben und nicht wieder wegfliegen sollte.“
Exotische Mandarinente wird zu wenig Nahrung finden
Die Ente werde nicht genug Nahrung finden, vermutet Hiller. Er kennt weitere Beispiele von Tieren am Tegernsee, die ursprünglich hier nicht heimisch waren.
Etwa die Reiherente, die 1925 zuzog, oder die Kolbenente, die vom Schwarzen Meer stammt. „Manche Tiere haben sich nicht durchgesetzt, das nennt man Evolution.“
Im Fall der Mandarinente am Tegernsee sagt Hiller ganz klar: „Das Umfeld passt nicht, das Tier hat keine Chance.“
Derweil gibt es neues vom Problem-Schwan am Tegernsee - im Landratsamt traf man sich zum Sondergipfel.
Ungewohnte Gäste hatte eine Tankstelle in Fürstenfeldbruck. Eine Entenfamilie watschelte über die Anlage. Das Team der Tankstelle handelte sofort, berichtet Merkur.de*.
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