VonTamara Scheidschließen
Der Schulleiter musste Wassergymnastik machen, die Lehrer Karaoke singen und die Schüler sorgten mit Musik für Stimmung. Das war beim Tegernseer Abi-Streich los.
Tegernsee – Passkontrollen am Schuleingang, Karaoke mit den Lehrern und der Schulleiter im Planschbecken. Auch wenn es das Wetter nicht gut mit den Tegernseer Gymnasiasten meinte, ließen sich die Tegernseer Abiturienten gestern Vormittag nicht abhalten, die ganze Schule noch ein letztes Mal zu bespaßen – vor allem mit viel Musik auf ihrer Bühne im Freien. Mit ihrem Abistreich verabschiedeten sich die 94 jungen Erwachsenen nun endgültig von der Schule.
Begonnen hat der ganze Spaß schon am Morgen. Passend zum Motto „Texit“, in Anlehnung an den britischen Brexit, gab es an den Schuleingängen Schleusen, an denen die Abiturienten Passkontrollen durchführten. Jeder Schüler und Lehrer musste seinen Ausweis herzeigen, um überhaupt in das Schulhaus zu gelangen. Im Gebäude waren die Klassenzimmer ausgeräumt und zugebaut. Die Aufgabe der Schüler war es, die Möbel wieder an Ort und Stelle zu bringen. „Dabei sind die Abiturienten durchgegangen und haben geschaut, wer das am besten macht“, erzählt Schulleiter Werner Oberholzner.
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Auch für ihn und seine Kollegen gab es wieder einige Aufgaben zu erledigen. Sie mussten Karaoke singen und Quizfragen beantworten – wenn sie aus ihrem Käfig gelassen wurden. Oberholzner selbst wurde zum Fitnesstrainer ernannt und machte auf der Bühne im Planschbecken samt Pool-Nudel Übungen vor. Der Hintergedanke: „Die Schüler meinen, ich komme nie zum Sport, weil ich immer am Schreibtisch sitze.“
Das war im vergangenen Jahr beim Tegernseer Abi-Streich los.
Zu viel in der Schule sitzen musste an diesem Tag keiner. Die Abiturienten brachen nach rund zwei Stunden Abistreich zu ihrer traditionellen Traktorfahrt um den See auf. Und auch für die restlichen Schüler hatte Oberholzner eine erfreuliche Nachricht: „Um kurz nach 12 haben wir alle Heim geschickt.“
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