VonGerti Reichlschließen
Das Tegernseer Tal ist noch lange nicht flächendeckend grün. Das soll sich ändern: Am 2. Juni wird ein talweiter Ortsverband der Grünen gegründet.
Rottach-Egern – Die nächste Kommunalwahl naht, und die Grünen bringen sich in Position. Angesichts guter Umfragewerte von 20 Prozent bundesweit, spüren sie kräftigen Aufwind, auch im Tegernseer Tal. Hier sind Grüne bislang nur in Rottach-Egern mit Thomas Tomaschek und in Gmund mit Helga Wagner und Tochter Laura in Kommunalparlamenten vertreten. Das soll sich ändern. Flächendeckend sollen Listen mit Kandidaten aufgestellt werden, auch in Waakirchen. Zudem soll mit einer neuen einheitlichen Struktur das Tal „begrünt“ werden: Am Sonntag, 2. Juni, findet im Gmunder Gasthof Maximilian daher die Gründungsversammlung eines talweiten Ortsverbandes statt.
Das Tegernseer Tal wird „begrünt“: Katharina Schulze kommt zur Gründungsversammlung
Thomas Tomaschek will den Vorsitz übernehmen, an seiner Seite soll die Frankfurter Anwältin Hella Freifrau von Ketelhodt agieren, Louisa Geismann aus Bad Wiessee will das Amt der Schriftführerin übernehmen. Polit-Prominenz leistet dabei Geburtshilfe: Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen hat ebenso ihr Kommen zugesagt wie der gebürtige Tegernseer Benjamin Adjei, der eine Blitzkarriere hingelegt und zuletzt ein Direktmandat für den Stimmkreis München-Moosach gewonnen hatte. Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak aus Gmund wird die Versammlung ebenfalls begleiten.
Das Tegernseer Tal wird „begrünt“: Talweite Arbeit
„Wir wollen Entwicklungshilfe leisten, die Tal-Gemeinden vereinen und im Kleinen zusammenfügen, was im Großen gerade in Europa auseinanderdriftet“, sagte von Ketelhodt am Montag bei einer Pressekonferenz im Vorfeld, an der auch die Kreis-Grünen-Spitze mit Ulrike Küster und Georg Kammholz teilnahm. Von Ketelhodt ist neu auf der Politbühne im Tal, ist in Hessen mit der Ideologie von Joschka Fischer groß geworden, hat ihren Zweitwohnsitz in Rottach-Egern. Beim Plakatekleben fürs Volksbegehren wurde sie von Tomaschek ins Boot geholt. Inzwischen gehört sie zu jenem Kreis von derzeit rund 30 Personen, der sich regelmäßig trifft, um grüne Themen zu diskutieren und Vorarbeit für die talweite Arbeit zu leisten. „Wir werden Anträge vorbereiten, die dann in den Gremien von den Gemeinderäten vor Ort eingebracht werden“, beschreibt Tomaschek die künftige Arbeit. Die ATTEK, der Arbeitskreis Tegernseer Tal für Energie und Klimaschutz, deren Sprecher Tomaschek zudem ist, hat da Vorbildfunktion. Die ATTEK hatte eine talweite Gemeinderatssitzung initiiert und inzwischen eine Reihe von talweiten Beschlüssen erwirkt. „Da geht jetzt was“, sagt der Rottacher, „wir werden anerkannt.“
Das Tegernseer Tal wird „begrünt“: Arbeitsschwerpunkte stehen
Folgende Schwerpunkte will der künftige Tal-Verband anpacken: Das ur-grüne Thema Umwelt- und Klimaschutz, aber auch das große Thema Bauen. „Auch für den Verkehr müssen wir eine gemeinsame Lösung finden“, kündigt Tomaschek an. Über Jugend und Soziales will man sich intensiv Gedanken machen. „Sie wird weggedrängt aus dem Tal, wo der Altersdurchschnitt ohnehin so hoch ist.“ Europa und ein Gegenpol zum Populismus ist von Ketelhodt wichtig.
gr
