Neue Verkehrsregelung

Tempo-30-Zone: Zahl der Unfälle steigt

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Nach der Kollision mit einem Ford ist dieser BMW am Dienstagabend in einen Zaun gekracht. Der Fahrer wurde dabei nach Angaben der Polizei nur leicht verletzt.

Fahren die Autos langsamer, kracht es seltener – eine Rechnung, die nicht immer aufgeht. Seit die Stadt am 11. Juli Tempo 30 in der Feuerhausstraße angeordnet hat, hat es an der Kreuzung mit der Stadelbergerstraße sieben Mal gekracht.

Fürstenfeldbruck – Eigentlich sollte es für alle sicherer werden. Doch so einfach ist es nicht. Denn durch die neue Tempo-30-Zone hat sich auch die Vorfahrtsregelung in der Feuerhausstraße geändert. Wo die Autos früher freie Fahrt hatten, gilt jetzt Rechts vor Links. So will es die Straßenverkehrsordnung. Die Autofahrer tun sich mit dieser neuen Regelung offenbar schwer. Jüngstes Beispiel ist ein Unfall am Dienstagabend. Ein 31-jähriger Brucker hatte mit seinem Ford einem 52-jährigen Allinger in seinem BMW die Vorfahrt genommen. Nach der Kollision mähte der BMW zuerst ein Verkehrschild um, krachte dann in einen Stromkasten und kam in einem Gartenzaun zum Stehen. Dadurch waren vorübergehend rund 60 Haushalte ohne Strom.

Die Karambolage ist der bisherige Höhepunkt einer ganzen Serie von Unfällen seit die Stadt das Tempolimit – und damit auch die Vorfahrtsregelung – in der Feuerhausstraße geändert hat. Die Geschwindigkeitsbegrenzung war von Bürgern und dem Verkehrsforum Fürstenfeldbruck gefordert worden, erklärt Birgit Thron vom Sachgebiet für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Für die Häufung der Unfälle an der Kreuzung hat Thron keine Erklärung. Schließlich habe die Stadt alle nur erdenklichen Maßnahmen getroffen, um die Autofahrer auf die neue Situation hinzuweisen. Zu Beginn der 30er-Zone seien Hinweise auf die veränderte Verkehrsführung angebracht worden. An der Kreuzung selbst stehe „Vorfahrt geändert“. Zusätzlich sollen Blinklichter die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen. Und seit Anfang September weisen Schilder darauf hin, dass jetzt Rechts vor Links gilt. Damit seien die Möglichkeiten der Stadt ausgeschöpft.

Thron weiß aber auch: „Jede verkehrsrechtliche Änderung braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit.“ Weil sich die Zwischenfälle aber so dramatisch häufen, will die Stadt jetzt gemeinsam mit der Polizei die Unfälle analysieren. Auch im Verkehrsausschuss am 21. September soll das Thema auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Dass die neue Verkehrsregelung wieder rückgängig gemacht wird, ist unwahrscheinlich. „Wir können nicht ständig die Beschilderung wechseln“, sagt Martin Bosch von der Brucker Polizei. Zudem gelte die Kreuzung bei den Beamten schon länger als Unfallschwerpunkt. Davon spricht die Polizei ab drei gleichgelagerten Unfällen pro Jahr.

Jetzt wollen Stadt und Polizei die Situation weiter beobachten. Für mindestens sechs Monate, also bis zum 11. Januar, sollen die vielen Hinweisschilder bleiben. Bei Bedarf könnten sie aber auch länger stehen bleiben, sagt Birgit Thron. „Wir hoffen aber, dass die Zahl der Unfälle bis dahin nachlässt.“ (Tobias Gehre)

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