VonNina Probstschließen
Der Terrier einer Hundezüchterin treibt ein Rehkitz aus dem Wald in den Hof einer Familie in Hausham. Das Tier wird dabei so schlimm verletzt, dass ein Jäger es schließlich erschießen muss.
Hausham – Ein junges Reh hat vor wenigen Tagen im Hof einer Haushamer Familie sein Leben lassen müssen. Die Hofbesitzer, die ihren Namen nicht öffentlich nennen wollen, wandten sich damit an unsere Zeitung. Ein Hund hatte das Tier aus dem Wald getrieben und tödlich verletzt. Ein Jäger musste es schließlich erschießen.
Marion Jäger, die in Hausham eine Terrier-Zucht betreibt, war mit ihrem Hund im Wald spazieren. Angeleint war der Terrier nicht. „Er hat das Kitz wohl gerochen und ist ihm hinterher gerannt“, erzählt sie. Das Reh habe sich bei der Flucht verletzt und die Schulter gebrochen, vermutet die Hundezüchterin. In dem Hof in Hausham war es dann liegen geblieben. „Der Hund ist auf das Reh los, weil es da gelegen hat“, sagt Jäger. Es sei das erste Mal gewesen, dass ihr so etwas passiert sei.
Zufällig vor Ort war auch Johann Schweiger, der Chef der Miesbacher Kriminalpolizei. „Ich habe versucht, den Hund von dem Reh zu trennen“, sagt er. Doch auch er hatte nichts ausrichten können. Wie die Polizei Miesbach auf Anfrage mitteilt, liege in diesem Fall keine Straftat vor. Eine Polizeistreife war nach Hausham gerufen worden. Nun werde jedoch überprüft, ob ein Ordnungsverstoß seitens der Hundebesitzerin vorliegt, beispielsweise eine nicht eingehaltene Anleinpflicht. Übernommen hat den Fall die Fachdienststelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Die Hundebesitzerin hat bereits eine Strafe für das tote Wildtier an den zuständigen Jäger gezahlt. „Ich will das nicht schön reden“, sagt sie. „Aber es ist jetzt eben passiert. Leider.“
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