Autor bereits von früheren Bänden bekannt

Tierarzt-Krimi im Oberland: Lesung zu „Mich mag kein Schwein“ heute in der Loisachhalle

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Stellt in Wolfratshausen seinen Tierarztkrimi vor: Amtstierarzt Dr. Georg Unterholzner.
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Tierarzt Dr. Georg Unterholzner und Merkur-Redakteur Volker Ufertinger präsentieren am Montag in der Loisachhalle ihren neuen Oberland-Krimi.

Wolfratshausen – Ein Tierarzt, dem seine Patienten überdeutlich mit Bissen und Tritten klar machen, dass sie ihn nicht mögen und dessen von Auftragskillern verfolgtem Onkel aus Amerika: Das sind die beiden Hauptpersonen in dem Tierarztkrimi „Mich mag kein Schwein“ von Dr. Georg Unterholzner und Volker Ufertinger.

Tierarzt-Krimi im Oberland: Lesung zu „Mich mag kein Schwein“ heute in der Loisachhalle

Unterholzner, seit 20 Jahren Amtstierarzt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, ist bereits als Krimiautor mit verschiedensten Fällen um die beiden Freunde Max und Kaspar in Erscheinung getreten. Wie auch in dem neuen Buch spielen diese Geschichten im Oberland. Eine Figur aus den fünf früheren Bänden erscheint übrigens auch als Randfigur: Inspektor Huber aus Wolfratshausen. Kein Wunder, spielen doch alle Romane in der gleichen Zeit, nämlich den 1970er-Jahren. „Das war einfach eine tolle Zeit. Noch heute habe ich den Musikgeschmack von damals – Jethro Tull oder Deep Purple.“ Der Ascholdinger stutzt kurz. „Es sind nur noch Oboen-Konzerte hinzugekommen.“ Nur die damalige Mode, Punk oder Popper, hat der heute 62-Jährige links liegen gelassen. „Ich war weder noch. Ich war im Trachtenverein.“

Und wie ist die Figur des Tierarztes Karl Hornsteiner entstanden? „Zum einen wollte ich keinen supersmarten Kerl“, so der Autor. „Zum anderen hatte ich eine Studienkollegin im Kopf. Irgendwann machte sie ein Praktikum in einer Vogelklinik – das waren nach ihrer Aussage die ersten Tiere, die vor ihr nicht zurückschreckten.“ Laut seiner Erfahrung gibt es einfach Menschen, „die von jeder Katze gekratzt, von jedem Hund gebissen werden, oder wenn sie in einen Kuhstall gehen, die ganze Meute anfängt zu brüllen“.

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Also entstand die Figur eines hundert Kilo schweren jungen Mannes, der von allen Tieren, die nicht in Narkose liegen regelrecht gehasst wird. „Und weil er eben so skuril ist, brauchte ich noch einen weiteren schrägen Typen, eben Onkel Joe, ein Hollywoodfotograf, der durch ein Bild, dass er von Marylin Monroe geschossen hatte, berühmt geworden ist. Nun steckte er in Schwierigkeiten und Karl gleich mit.“

Zum Schreiben kam er im Sommer, wenn seine tierischen Kunden auf der Weide, Alm oder Urlaub waren

Die Zusammenarbeit mit seinem Co-Autor Volker Ufertinger, Redakteur beim Münchner Merkur, kam zustande, als Unterholzner mit seinem Buch in der Sackgasse steckte. „Die ersten zwei Drittel waren ok, aber dann bin ich nicht mehr weiter gekommen, habe mich zu sehr verschachtelt.“ Ufertinger nahm sich das Script vor. Gemeinsam wurden neue Ideen entwickelt und umgesetzt. „Nun hatte das Buch einen Schluss.“

Zum Schreiben kam Unterholzner, als er noch eine Praxis unterhielt. „Im Sommer waren die Rinder auf der Weide, das Jungvieh auf der Alm und die Hunde mit ihren Besitzern im Urlaub. Also hatte ich Zeit.“ Das Schreiben war für den Tierarzt meditativ – „so wie Schwammerl suchen halt“. Und immer wieder bestürmten ihn Freunde und Bekannte, doch einmal einen Tierarztkrimi zu schreiben. „Klar, da kenne ich mich aus. Und außerdem, das, was so oftmals an Tierarztserien zu sehen ist...“ Unterholzner schweigt und verdreht vielsagend die Augen.

Es gäbe eben Dinge, die nur ein praktizierender Tierarzt weiß – eben wie mancher Operationsablauf oder dass in einem chirurgischen Besteck für Weichteile keine Knochenzange vorgesehen ist. „Also mussten in dieser Szene – es ging um eine Katze, der mangels OP-Raum auf dem Küchentisch eine Pfote amputiert werden – die Zwei improvisieren und zur Geflügelschere greifen.“

„Mich mag kein Schwein“ bezeichnet Unterholzner als „schwere Geburt“. Erste Notizen entstanden bereits vor fünf oder sechs Jahren. Aber das hat durchaus auch seinen Vorteil: „Ich habe hier noch so viele Ideen, dass es durchaus für einen weiteren Band reicht.“

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Info: Georg Unterholzner und Volker Ufertinger lesen aus „Mich mag kein Schwein – ein Tierarztkrimi“ am Montag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadtbücherei am Hammerschmiedweg. Der Eintritt kostet zwölf Euro inklusive ein Glas Wein. Es wird um Reservierung unter Telefon 0 81 71/ 7 64 55 gebeten, es gibt keine Abendkasse. Das Buch ist unter ISBN 978-3-86222-457-9 im Volk Verlag München erschienen, es kostet 18 Euro.

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