23 Firmen repräsentieren 1500 Mitarbeiter

Tölz ist ein Multi-Branchen-Standort: Interessante Zahlen vorgestellt

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Sitec Aerospace ist eines der großen Unternehmen in Bad Tölz.
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City-Manager Falko Wiesenhütter und Peter Wiedemann, Wirtschaftsbeauftragter des Stadtrats, gaben im Ausschuss des Stadtrats interessante Einblick ins Tölzer Wirtschaftsleben.

Bad Tölz – Seit einigen Jahren besucht die Stadt Tölz regelmäßig einzelne Unternehmen in Tölz. Die Gespräche haben keinen speziellen Anlass, sondern dienen in erster Linie dazu, Interesse zu signalisieren und sich besser kennenzulernen. Für die Stadt unterwegs sind dabei City-Manager Falko Wiesenhütter und der Wirtschaftsbeauftragte des Stadtrats, Peter Wiedemann.

In der jüngsten Sitzung des Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschuss zogen die beiden Bilanz. Bisher wurden 23 Unternehmen besucht, sieben davon im Jahr 2018. Wiedemann staunte selbst über die folgende Zahl: Die 23 Tölzer Firmen repräsentieren 1500 Mitarbeiter. Das sind etwa ein Fünftel aller sozialversicherungspflichtigen Tölzer Arbeitnehmer.

Peter Wiedemann, Wirtschaftsbeauftragter des Stadtrats

Für Wiedemann, der selbst Unternehmer ist, sind noch vier andere Punkte wesentlich: Die besuchten Firmen aus allen Branchen sorgen ihm zufolge dafür, dass Tölz keine Schlafstadt werde, sondern wohnortnahe Arbeitsplätze biete. Tölz verfüge nach wie vor über einen Einpendler-Überschuss von rund 500 Personen. Das heißt, die zahl der Arbeitnehmer, die täglich in die Kreisstadt kommen, ist größer als die Zahl derer, die sie in Richtung München und Region verlassen.

Die positive Konsequenz daraus: Diese Unternehmen schaffen Ausbildungsplätze für junge Leute, die so nicht abwandern müssen. Bemerkenswert fand Wiedemann auch die Erkenntnis, dass Bad Tölz auf einem guten Weg vom Kur-, Tourismus- und Handelsstandort hin „zum breit aufgestellten Multi-Branchen-Standort“ sei. Das bringe enorme strukturelle und finanzielle Vorteile für Tölz. Etwa stattliche Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von zuletzt rund sieben Millionen Euro im Jahr.

Welche Probleme sehen Tölzer Firmen? Da ist zum einen der Fachkräftemangel. Zum anderen sind es die fehlenden Gewerbeflächen, wie City-Manager Falko Wiesenhüter erläuterte. Es gehe dabei zum Beispiel um den Wunsch, aus Mietobjekten in Eigentum zu wechseln oder darum, den eigenen Betrieb zu erweitern. Darauf legte Wiedemann Wert, als er dringend an die Stadt appellierte, neue Gewerbeflächen auszuweisen: „Es geht eben nicht darum, neue Betriebe anzusiedeln, sondern die bestehenden zu behalten und zu stärken.“

Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG), der die Sitzung leitete, machte auf die enormen Schwierigkeiten aufmerksam, die Kommunen haben, die gerne Gewerbeflächen ausweisen würden. Dafür müssten mit hohem Aufwand ökologische Ausgleichsflächen geschaffen werden.  

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