Es soll dem Tölzer Tourismus einen gewaltigen Schub nach vorne geben: Das Doppel-Hotel an der Bockschützstraße, von dem lange nichts zu hören war. Nun haben die Investoren einen Zeitrahmen genannt: Im ersten Quartal 2020 soll das Projekt mit dem Betreiber präsentiert werden.
Bad Tölz – „Ob das wohl noch was wird?“, sagen manche Tölzer und fühlen sich an frühere Hotel-Projekte erinnert, die schließlich sang- und klanglos in der Versenkung verschwanden. „Das wird was“, sagt selbstbewusst Daniel Franke vom Investor und Projektentwickler Merz Objektbau aus Aalen, „wir sind mit dem Vorhaben auf der Zielgeraden“.
Der Immobilienökonom wirbt auf Nachfrage des Tölzer Kurier um Verständnis, dass das Hotelvorhaben so viel Zeit benötigt. Immerhin wird seit über einem Jahr geplant und mit dem Betreiber, einer national wie international bekannten Hotelmarke, die noch nicht genannt werden will, verhandelt.
Lesen Sie auch die Vorgeschichte der Hotelansiedlung: Neuer Anlauf für ein Tölzer Stadthotel
Die lange Zeitdauer sei aber nicht so ungewöhnlich, sagt Franke. Ein Stadthotel in München, so nennt er ein Beispiel, werde nach einem Konzept entwickelt, das für alle Ketten ungefähr gleich sei. Das Tölzer Projekt sei etwas anders gelagert und umfangreicher. Es gehe ja eigentlich um zwei Hotels. Tatsächlich sind auf dem gut 6800 Quadratmeter großen Areal, wo derzeit noch das Sportstudio Hirsch steht, ein Vier-Sterne-Haus mit rund 140 Zimmern sowie ein Zwei-Sterne-Hotel mit 90 Zimmern geplant. Also insgesamt 230 Zimmer. Zum Vergleich: Das geplante Hotel auf der Wackersberger Höhe soll rund 40 Zimmer besitzen.
Ein Bau wie der geplante an der Bockschützstraße könne vom Investitionsvolumen her auch in der Landeshauptstadt stehen. Franke spricht von rund 30 Millionen Euro. Das Aushandeln des Hotel-Pachtvertrags mit dem künftigen Betreiber sei komplex. Es gebe eine Vielzahl von zu regelnden Punkten von den Zuschüssen für die Anlaufkosten und Inneneinrichtung bis hin zur Regelung der Übernahme von Instandhaltungs- und Betriebskosten. Da gelte es, „bedächtig und sorgfältig zu planen. Das Hotel soll auch noch in Jahrzehnten betrieben werden.“
Lesen Sie auch: 1000 Jahre Reichersbeuern: An Silvester starten die Feierlichkeiten
Der in der Projektentwickung des Unternehmens tätige Immobilienspezialist spricht „von einem halben bis zwei Jahren“ was ein Projekt von dieser Größenordnung an Planungszeit gewöhnlich in Anspruch nimmt. In Tölz sind 13 Monate ins Land gegangen, seitdem der Stadtrat nichtöffentlich die Eckpunkte des Grundstücksverkaufs einmütig beschloss.
Lesen Sie auch: Einbrecher beißt sich die Zähne aus
Wie lange soll es nun konkret noch dauern? Franke: „Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Quartal 2020 alle notwendigen Aufgaben erfüllt haben und dann gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung der Öffentlichkeit das Projekt präsentieren können.“
Christoph Schnitzer