VonAlois Ostlerschließen
Sie zählt zu den 50 besten Sommeliers in Deutschland. Jetzt wurde Katharina Schwingshackl mit einer Urkunde ausgezeichnet.
Bad Tölz – Mit Auszeichnungen weiß die Gastronomin und Hotelbetriebswirtin umzugehen. Aber diese Ehrung war für sie „etwas ganz Besonderes“. Katharina Schwingshackl zählt nun offiziell zu den 50 besten Sommeliers in Deutschland. Vor Kurzem hat die Weinkennerin die begehrte Urkunde bei einer großen Feier des Busche-Verlags in Hamburg in Empfang genommen.
„Das war eine große Freude für mich“, berichtet die 36-jährige Gastronomin. Die Auszeichnung sieht sie als „Bestätigung für die eigene Arbeit, die oft sehr anstrengend ist“. Vor über einem halben Jahr hat sie zusammen mit ihrem Mann Erich (49) das „Alte Fährhaus“ in Bad Tölz übernommen. Das neue Restaurant „Schwingshackl Esskultur“ hat sich schnell weit über Tölz hinaus als feine Adresse herumgesprochen. Auch bei den Restaurant-Kritikern, die die Kochkünste bewerten – und Erich Schwingshackl für die zuvor von ihm geführte „Villa am See“ in Tegernsee einen Michelin-Stern verliehen haben.
„Die sechs wichtigsten deutschen Gourmet-Führer testen bei ihren unangemeldeten Besuchen fast immer auch die Wein-Kenntnisse in den jeweiligen Lokalen“, sagt Katharina Schwingshackl. In Bad Tölz haben sie offenbar schnell erkannt, dass hier jemand sein Handwerk versteht. So flatterte unverhofft die Einladung zur Auszeichnung ins Haus an der Tölzer Isarlust. Und dort hängt nun die vom Schlemmer-Atlas verliehene Urkunde „Top 50 Sommelier“.
Ein Jahr dauerte die Ausbildung zur Sommelière, so die weibliche Bezeichnung für den deutschen Begriff Weinkellner. Das sei allerdings mehr, als nur hin und wieder ein Gläschen Wein zu verkosten, erklärt Katharina Schwingshackl. Bei der Schulung in München sei sehr viel Theorie gefragt gewesen. Die Hälfte der Bewerber sei bereits nach einem halben Jahr durchgefallen. Die Tölzerin hat durchgehalten. Wie schon in jungen Jahren, als sie Hotelbetriebswirt lernte und später den Hotelmeister nachlegte.
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Die Sommelier-Ausbildung habe sich zwangsläufig angeboten, sagt die Tölzerin. Welchen Wein können Sie uns den zum Essen empfehlen? Das ist Katharina Schwingshackl immer wieder mal gefragt worden. Und für einen guten Tropfen habe sie sich immer schon interessiert. Eine feine Nase hat sie nämlich von Geburt an. „Was Gerüche angeht – da bin ich sehr, sehr empfindlich“, sagt sie. Wichtig seien aber zudem ein breit gefächertes Fachwissen und ein gutes Gastverständnis. „Ich muss in der Lage sein, den Gast zu verstehen, was er zum Essen trinken will.“ Rund 300 verschiedene Weine lagern im Keller von „Schwingshackl Esskultur“. Da finde sich zu jedem Gericht, das ihr Mann auftischt, der passende Schluck.
Das Thema soll in dem Restaurant an der Isarlust demnächst weiter ausgebaut werden. „Wir wollen künftig jedes Jahr einen Weinabend anbieten“, sagt die Spitzen-Sommelière. Zum Auftakt hat sie schon mal Stefan Potzinger aus der Steiermark verpflichtet.
