Tölzer Landrat informiert

Zwei Asyl-Unterkünfte im Landkreis werden aufgelöst

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Die Heilbrunner Unterkunft in der ehemaligen Leonardis-Klinik wird im Frühjahr 2019 aufgelöst.
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Zwei Asyl-Gemeinschaftsunterkünfte im Tölzer Land werden aufgelöst, die Bewohner auf andere Standorte verteilt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sie war die erste Asyl-Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis, jetzt wird sie Ende des Jahres aufgelöst: Die Container-Siedlung am Geretsrieder Robert-Schumann-Weg. Das kommt nicht unerwartet. Der Leasingvertrag läuft aus, „und wäre nur sehr schwer zu verlängern gewesen“, sagte Landrat Josef Niedermaier in der jüngsten Kreisausschusssitzung. Rund 60 Menschen sind dort laut Auskunft des Landratsamts derzeit noch untergebracht, „die nun Zug um Zug auf andere Unterkünfte verteilt werden“, sagt Sabine Schmid, Sprecherin am Landratsamt.

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Auch die Tage der Asylunterkunft in der Heilbrunner Leonardisklinik sind gezählt. Hier endet der dreijährige Mietvertrag im April 2019. Dort sind nach derzeitigem Stand 30 Menschen untergebracht.

927 Asylbewerber lebten Mitte April zwischen Icking und der Jachenau in 119 Liegenschaften. Dazu kommen 663 Bleiberechtigte, die eigentlich aus den Unterkünften ausziehen müssten, aber keine Wohnung finden. Für sie trägt bislang der Staat die Kosten, wie lange, ist allerdings fraglich. Theoretisch könnten sie auch als obdachlos gelten, dann würden sie in die Zuständigkeit der jeweiligen Kommune fallen, die sie unterbringen müsste.

Die Auflösung der größeren Unterkünfte sieht Niedermaier durchaus mit Sorge, wie er jüngst im Kreissozialausschuss deutlich machte. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern würden sich wieder füllen, mit weiteren Zuweisungen sei zu rechnen. Zudem bemängelte der Landrat die mangelhafte Informationspolitik des Freistaats.

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