VonCarl-Christian Eickschließen
Tobias Gmachschließen
Die Tölzer Stadtkapelle darf sich drittbestes Blasorchester Bayerns nennen. Beim Wettspielen in Ingolstadt überzeugten die 59 Musiker um Dirigent Josef Kronwitter die Jury. Die Kapelle aus Münsing wurde Sechster.
Ingolstadt/Bad Tölz – Ein „gutes Gefühl“ hatte Dirigent Josef Kronwitter schon unmittelbar nach dem Auftritt: „Das Niveau, das bei uns momentan möglich ist, haben wir abgerufen“, sagte er. Am Sonntagmittag stand die Tölzer Stadtkapelle beim Oberstufen-Wettbewerb des Bayerischen Blasmusikverbands in Ingolstadt auf der Bühne – als eine von zehn Musikgruppen. Am späten Nachmittag erfuhren die Tölzer dann, dass sie sich für die nächsten zwei Jahre „drittbestes Blasorchester Bayerns“ nennen dürfen. Den Sieg holte wie schon 2016 die Kapelle aus Markt Erkheim (Unterallgäu), auf Platz zwei landete der Musikverein Gerlenhofen (Neu-Ulm).
2008 und 2010 hatten die Tölzer den Titel gewonnen, 2016 mussten sie sich haarscharf mit dem vierten Platz begnügen. „Ich war mit unseren Beiträgen zufrieden“, bilanzierte Kronwitter relativ nüchtern. Zunächst musste das Ensemble das Pflichtstück „Southwest Summer“ des amerikanischen Komponisten Robert W. Smith aufführen. Eine Herausforderung, auch für den Kapellen-Vorsitzenden und Posaunisten Martin Schnitzer: „Es ist rhythmisch sehr anspruchsvoll, weil viele Taktwechsel vorkommen.“ Nur sechs Wochen hatten die 59 Musiker Zeit gehabt, das Lied einzustudieren. „Erstaunlich was wir da rausgeholt haben“, so Schnitzer. Er persönlich hatte mehr Spaß beim selbstgewählten Stück „Alpina Saga“ von Thomas Doss: „Da konnten wir unsere Stärke ausspielen und brutal viel Atmosphäre schaffen.“ Das Werk beschreibt eine Wanderung in mystischen Bergwelten. Spannend an der Tölzer Interpretation: Stellenweise sangen die Kapellenmitglieder zu Hornsignalen und Schlagzeugwirbeln.
Tölzer und Münsinger: Gefeiert wird daheim
Als die Tölzer am Sonntagmittag ihren Auftritt in der Ingolstädter Stadthalle (Kronwitter: „Nicht schön, aber gute Akustik.“) absolviert hatten, mussten sie fünf weitere Gruppen bis zur Siegerehrung abwarten. An die Donau gereist war auch die Musikkapelle Münsing (MKM), für die der sechste Platz heraussprang. „Zwei Blaskapellen aus unserem Landkreis unter den besten zehn in Bayern: Darauf können wir stolz sein“, sagte der Vorsitzende Michael Huber, der den Tölzern zu Platz drei ganz herzlich gratuliert.
Auf der Heimreise nach Münsing werde im Bus garantiert kein Trübsal geblasen, betonte der MKM-Chef. „Auch wenn wir uns etwas mehr ausgerechnet hatten, sind wir mit Platz sechs sehr zufrieden“, zog Huber einen positiven Schlussstrich unter das Landesfinale. Um den Abend ausklingen zu lassen, verfolgten beide Musikgruppen aus dem Landkreis übrigens den gleichen Plan. „Daheim in Münsing werden wir unseren Erfolg bestimmt noch in einem Gasthaus feiern“, kündigte Huber an. Und Schnitzer ließ durchblicken: „Wir feiern jetzt noch und suchen uns was in Tölz.“

