Hotel und Privatklinik Eberl

Tölzer Traditionsbetrieb  wird saniert und erweitert

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„2018 war ein gutes Jahr, 2019 wird besser.“ Thomas und Bettina Eberl vor ihrem Hotel in der Buchener Straße.

Thomas und Bettina Eberl führen die gleichnamige Hotelklinik  im Tölzer Badeteil fort. Das Haus wird gerade saniert und soll erweitert werden.

Bad Tölz – Bemerkenswert ist das schon: Thomas Eberl hat für den größten deutschen privaten Krankenhaus-Betreiber (Helios) mehrere Kliniken in München-Perlach, Dachau und Indersdorf geleitet und Karriere gemacht. Im Vergangenen Jahr ist er wieder nach Tölz zurückgekehrt und mit seiner Frau Bettina ins Familienunternehmen in Tölz eingestiegen. Warum tut man so was? Hat Tölz als Kurort eine Zukunft?

„Gute Medizin in gutem Ambiente geht immer. Dafür wird es immer einen Markt geben“, antwortet der 40-Jährige. Das Jahr 2018 sei ein gutes Jahr gewesen. „2019 wird besser. Das merken wir an den Anfragen.“ Was Tölz betrifft, schätzt Eberl vor allem die „Anbindung an eine funktionierende Altstadt“. Seine Gäste, durch die Bank Selbstzahler, schätzen es, wenn sie über die medizinischen Anwendungen hinaus ein attraktives Angebot vorfinden. Und sei es auch nur, nicht nur ein Café, sondern viele zur Auswahl zu haben.

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Die Uhr ein Jahr zurückgedreht: Da übergab „Selfmademan“ Georg Eberl sein Haus an den Filius. Der ist jetzt der Chef und zieht sein Ding durch. Pragmatisch an die Dinge herangehen, sie schnell umsetzen, auch mal ins Risiko gehen, das hat Eberl jun. bei „Helios“ gelernt, wo man erstaunlicherweise sehr unabhängig und dezentral habe arbeiten können.

Das Programm für Tölz: Erst einmal das 32-Zimmer-Haus (50 Betten) auf Vordermann bringen. In der Winter-Pause, so berichtet Eberl, seien sämtliche Bäder von Grund auf erneuert worden. Das war der lärmintensive Part der Sanierung. Im Laufe des Jahres zum Ende der Saison wird dann die erste Hälfte der Zimmer neu eingerichtet. Statt rustikal nennt sich der Stil künftig „modern-alpin“. Viel Eiche und Stahl, definiert es der Hotelchef, „aber man erkennt, dass man in Bayern ist.“

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Das Hotel Eberl ist auch eine Privatklinik Eberl. Zwei Schwerpunkte hat das Haus mit einer rund 700 Quadratmeter großen Therapieabteilung. Nämlich Orthopädie und Psychosomatik. Beide Disziplinen eint das Phänomen Schmerz und seine Behandlung, wie Eberl erklärt. Darum kümmern sich künftig neben drei fest angestellten Ärzten, darunter die Chefin Dr. Bettina Eberl, auch fünf Belegärzte. Insgesamt hat das Haus 24 Mitarbeiter, zählt der 40-Jährige auf.

Was ist mit den Ferienwohnungen, die Vater Georg anbauen wollte? Mit ein bisschen Optimismus, sagt Sohn Thomas, wird in 2021 ein Anbau auf dem östlichen Grundstück zur Seppstraße hin starten. Es geht um weitere 32 Zimmer. Das Glück sei, sagt Eberl, dass der Hauptbau aus dem Jahr 1984 alle zeitgemäßen Anforderungen wie etwa Raumhöhen erfülle sowie bereits sämtliche nötigen Nebenräume beherberge. Damit sei eine echte Chance zur Erweiterung gegeben. „Wir haben Luft zum Atmen.“

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Die Eberls haben auch die Erlaubnis der Stadt, auf einer Fläche im Süden einen Wohnbau zu errichten. Das verlangten die Banken als Sicherheit für ihre Kredite. Gebaut werden soll aber nicht. „Das würde ja alle eigenen Anstrengungen zuwiderlaufen“, sagt der Hotelier.

Kurz und knapp fällt die Antwort auf die Frage aus, was er sich von der Stadt erwartet. Er wünsche sich vor allem, „dass in die Gemengelage Jod AG Bewegung ins Spiel kommt“.

Von Christoph Schnitzer

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