VonHelga Zagermannschließen
Falls das Vereinsgelände des SC Maisach auf den alten Flugplatz verlagert wird, dann soll es im Süden des angedachten Traber-areals Platz finden. Der Gemeinderat hat einen Vorstoß der Grünen, die Sportler im Norden unterzubringen, abgelehnt.
Maisach – Weil die Traber nicht nach Maisach kommen, steht ein Tauschgeschäft im Raum: Der Sportclub könnte aufs Trabergelände ziehen. Dort hätte er mehr Platz und weniger Probleme mit Anwohnern. Dafür könnte das jetzige Sportgelände an der Alten Brucker Straße für Wohnbau genutzt werden. Um diesen Deal zu ermöglichen, würde die Gemeinde Grund tauschen mit der Karl-Gruppe, der das Traberareal gehört. In dessen Süden, nahe der Umfahrung, stellt sich der Gemeinderat ein neues Sportgelände vor.
Die Grünen hatten beantragt, innerhalb des Trabergeländes einen Alternativstandort zu prüfen. Sie hätten die Sportflächen lieber im Norden, angrenzend an die bestehende Wohnbebauung an Feld-/Kellerstraße. So gehe man ressourcenschonender mit dem Grund um und wirke einer Zersiedelung entgegen, begründete das Umweltreferentin Heike Demant (Grüne). Zudem seien die Sportflächen dann weiter entfernt von den zu schützenden FFH-Flächen. Demant sagte, sie wolle nicht „mitten im Nichts“ neue Sportflächen.
Nur der Süden
Die Gemeindeverwaltung hatte zu diesem Antrag Stellungnahmen vom Grundbesitzer, von einem Lärmschutz- und von einem Natur-/Artenschutzexperten eingeholt. Durch die Anfrage bei der Karl-Gruppe kam heraus, dass diese den Nordteil der Fläche nicht an die Gemeinde herausgeben will. Für einen Tausch stünde nur der Süden zur Verfügung. Damit war für die Mehrheit des Gemeinderats die Entscheidung gefallen. Wenn der Tausch nur so möglich sei, dann solle man das Projekt unter diesen Vorzeichen weiter prüfen. Nur die vier anwesenden Grünen stimmten für den Alternativstandort im Norden.
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Gegen die Stimmen dieser Fraktion bekräftigte der Gemeinderat, dass die Möglichkeiten einer Verlagerung des SC in den Südteil des Trabergeländes weiter verfolgt werden sollen. Die Verhandlungen mit der Karl-Gruppe sollen fortgeführt werden – trotz der laufenden Ermittlungen gegen die Firma.
Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte zuvor – wohl wegen der vielen Zuhörer im Sitzungssaal – die Historie zur Fläche und zur Tauschidee wiederholt. Er schloss damit, dass bisher nichts fix sei. Es müssten umfangreiche Prüfungen erfolgen, die Wertermittlung des Grundes sei noch nicht erfolgt.
Fußballer kontra Feldlerchen
Die beiden anderen Stellungnahmen zum Antrag der Grünen sind dennoch interessant. Die Lärmschutzexperten schreiben, dass sie einen etwas größeren Geräuschkonflikt eher erwarten, wenn die Sportflächen im Norden entstehen. Doch wenn man den Süden als Sportplatz nutze, müsse man nach Norden etwa 300 Meter Abstand halten, wenn man auf der dortigen Freifläche Weiteres realisieren wolle: „Für Wohnbebauung ist diese Nachbarschaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar.“
Umweltreferentin Demant bezeichnete die Antwort zum Artenschutz als am wichtigsten. Der Fachmann schreibt, dass Umweltschutz-Beeinträchtigungen bei einer Bebauung des Nordteils leichter und kostengünstiger auszugleichen seien. Entsteht der Sportpark im Süden, werde es zu Problemen vor allem wegen der Feldlerchen-Population kommen.
Der Eigentümer will nur den Süden hergeben, weil dann die Anbindung durch die Südumfahrung geregelt sei. In den Norden müsste man eine neue Straße bauen (oder die Feldstraße belasten). Zudem solle man die lärmverursachende Nutzung als Sportpark an die andere Lärmquelle legen: die Umfahrung.
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