Wiedereröffnung in München

Merz kämpft bei Rede in Synagoge mit den Tränen: „Wie sehr mich das beschämt“

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In München ist die Synagoge an der Reichenbachstraße wiedereröffnet worden, die einst von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Kanzler Merz zeigte sich emotional.

München – Der Bundeskanzler kämpfte bei der Wiedereröffnung der Synagoge Reichenbachstraße in München am Montag (15. September) sichtlich mit seinen Emotionen. Friedrich Merz (CDU) zeigte sich tief berührt, als er in seiner Rede an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnerte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), nimmt an einem Festakt zur Wiederherstellung der Synagoge Reichenbachstraße teil.

„Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr mich das beschämt: als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, aber auch als Deutscher, als Kind der Nachkriegsgeneration, als Kind, das aufgewachsen ist mit dem ,Nie wieder‘ als Auftrag, als Pflicht, als Versprechen“, erklärte Merz mit brüchiger Stimme angesichts des wieder aufflammenden Antisemitismus in Deutschland.

Wiedereröffnung der Synagoge in München: Merz wird emotional bei Rede

Das historische Gotteshaus erstrahlt nun knapp 87 Jahre nach seiner Verwüstung durch die Nationalsozialisten in neuem Glanz. Die 1931 vom Architekten Gustav Meyerstein im Stil des Neuen Bauens errichtete Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 schwer beschädigt. Nach einer provisorischen Instandsetzung 1947 diente sie bis 2006 als Gebetshaus, bevor sie nach Fertigstellung der großen Ohel Jakob Synagoge leer stand.

Der Regierungschef sprach in seiner Ansprache auch unbequeme Wahrheiten an. „Wir haben in Politik und Gesellschaft zu lange die Augen davor verschlossen, dass von den Menschen, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind, ein beachtlicher Teil in Herkunftsländern sozialisiert wurde, in denen Antisemitismus geradezu Staatsdoktrin ist, Israelhass schon Kindern vermittelt wird.“ Mit diesen Worten benannte er eine der Ursachen für judenfeindliche Tendenzen in der Gesellschaft.

Bundeskanzler Merz mit deutlichen Worten: „Ich sage Antisemitismus den Kampf an“

Die Restaurierung erfolgte auf Initiative von Rachel Salamander, die sich für eine möglichst originalgetreue Wiederherstellung einsetzte. Der minimalistische Stil mit schlichten Holzbänken, farbigen Wänden und kunstvollen Bleiglasfenstern, die rituelle Gegenstände und Psalmen zeigen, prägt nun wieder das Innere des Gotteshauses.

Nicht nur Klöckner und Pilawa: Hätten Sie diese Politik-Promi-Paare auf dem Zettel gehabt?

Heiko Maas, Julia Klöckner und Christian Lindner.
Große Liebesüberraschung um Julia Klöckner! Die Bundestagspräsidentin machte ihre Beziehung zu Jörg Pilawa öffentlich. Es ist nicht das erste Politik-Promi-Paar. Auch Ex-Minister wie Heiko Maas und Christian Lindner haben (oder hatten) berühmte Personen an ihrer Seite. Und auch in anderen Ländern gibt es zahlreiche Beispiele. © IMAGO / Political-Moments + IMAGO / Rolf Poss + IMAGO / Steinsiek.ch
Julia Klöckner und Jörg Pilawa sind ein Paar
Julia Klöckner und Jörg Pilawa: Die Bundestagspräsidentin und der TV-Moderator bestätigten ihre Beziehung im August 2025. Kennengelernt haben sie sich bei einem Fest im Heimatort der Politikerin. © dpa | Katharina Kausche + dpa | Tom Weller
Christian Lindner und Franca Lehfeldt
Christian Lindner und Franca Lehfeldt: Der ehemalige Finanzminister von der FDP und die Journalistin sind seit 2018 ein Paar. 2022 wurde auf Sylt geheiratet. Sie haben ein gemeinsames Kind. © Roberto Pfeil / dpa
Karl-Theodor zu Guttenberg und Katherina Reiche
Karl-Theodor zu Guttenberg und Katherina Reiche: Der ehemalige Verteidigungsminister der CSU und die aktuelle Wirtschaftsministerin von der CDU im Kabinett Merz machten ihre Beziehung erst im April 2025 öffentlich. © Sebastian Gollnow/Kay Nietfeld/dpa
Heiko Maas und Natalia Wörner
Heiko Maas und Natalia Wörner: Der ehemalige SPD-Außenminister und die Schauspielerin zeigten ihre Liebe erstmals 2016 öffentlich. 2023 folgte die überraschende Trennung. © Felix Hörhager / dpa
Jens Spahn und Daniel Funke
Jens Spahn und Daniel Funke: Der CDU-Fraktionsvorsitzende und der Journalist und Lobbyist heirateten 2017. © Annette Riedl / dpa
Harald Glööckler und Marc-Eric Lehmann
Marc-Eric Lehmann und Harald Glööckler: Der CDU-Politiker und der extravagante Modedesigner hatten sich im Sommer 2023 regelmäßig verliebt gezeigt. Nach recht kurzer Zeit hieß es aber, man wolle vermehrt getrennte Wege gehen. © Jens Kalaene / dpa
Peter Ramsauer und Ehefrau Susanne
Peter Ramsauer und Ehefrau Susanne: Der Ex-Verkehrsminister von der CSU und seine Frau haben vier Kinder. Sie steht nicht in der Öffentlichkeit, dafür aber eines ihrer Familienmitglieder: Susanne Ramsauer ist die Cousine von Hollywood-Star Sandra Bullock. © Daniel Karmann / dpa
Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht
Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht: Das Politiker-Paar machte die Beziehung 2011 öffentlich, beide vertraten jahrelang die Partei Die Linke. Wagenknecht gründete schließlich im Januar 2024 ihre eigene Partei, das BSW. Lafontaine trat dieser auch bei.  © Jens Büttner / dpa
Donald Trump und Ehefrau Melania
Donald Trump und Ehefrau Melania: Beide waren schon vor Trumps politischer Karriere bekannt. Er als Immobilienunternehmer, sie als Model. Sie sind seit 2005 verheiratet © Andrew Leyden / dpa
Ronald Reagan und Ehefrau Nancy
Ronald Reagan und Ehefrau Nancy: Der ehemalige US-Präsident und die Schauspielerin heirateten 1952. Beide lernten sich beruflich kennen: Auch Ronald Reagan war vor seiner politischen Karriere als Schauspieler aktiv. © IMAGO/Douliery Olivier/ABACA
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni: Der ehemalige Präsident Frankreichs und die Sängerin sind seit 2007 ein paar, heirateten 2008. Bruni stand ihrem Ehemann auch während seiner juristischen Skandale zur Seite. © Mario Cartelli / dpa
Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver
Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver: Der Schauspieler, Bodybuilder und Ex-Gouverneur von Kalifornien und die Journalistin heirateten 1986. Nach 25 Jahren ging die Ehe 2011 in die Brüche. Shriver gehört zum erweiterten Kennedy-Clan, ist eine Nichte des erschossenen US-Präsidenten John F. Kennedy. © Hector Amezcua / Pool / dpa
Gavin Newsom und Jennifer Siebel Newsom
Gavin Newsom und Jennifer Siebel Newsom: Der Gouverneur von Kalifornien und die Schauspielerin und Film-Produzentin heirateten 2008. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder. © IMAGO/Paul Kitagaki Jr.
Sonny Bono und Cher
Sonny Bono und Cher: Die Musik-Superstars wurden zunächst beste Freunde, dann ein Liebespaar. Die Hochzeit folgte 1964, die Scheidung dann 1975. Cher blieb bei der Musik, ihr Ex-Mann bewegte sich in die Politik. Sonny Bono bewarb sich 1992 für die Republikaner um den US-Senat, scheiterte aber. 1994 ergatterte er einen Sitz im Repräsentantenhaus. © IMAGO/Earl Miller / Avalon
Boris Johnson und Ehefrau Carrie
Boris Johnson und Ehefrau Carrie. Der ehemalige Premierminister Großbritanniens und die bekannte politische Aktivistin, Naturschützerin und Beraterin heirateten 2021, während Johnsons Amtszeit als Premier. © Andrew Milligan / dpa
Rishi Sunak und Akshata Murty
Rishi Sunak und Akshata Murty: Der ehemalige Premierminister Großbritanniens und die indische Geschäftsfrau und Modedesignerin heirateten 2009. © Stefan Rousseau / dpa
Silvio Berlusconi und Veronica Lario
Silvio Berlusconi und Veronica Lario: Der ehemalige Ministerpräsident Italiens und die Schauspielerin heirateten 1990. 2009 reichte Lario die Scheidung ein.  © IMAGO/Alberto Terenghi / ipa-agency.ne
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska: Der ukrainsiche Präsident und die bekannte Drehbuchautorin heirateten 2003. Selenskyj war zuvor bereits als Schauspieler und Komiker in seiner Heimat bekannt. © Justin Tang / dpa
Justin Trudeau und Katy Perry
Justin Trudeau und Katy Perry: Zugegeben, hierbei handelt es sich zunächst nur um ein Gerücht – aber eins, das heiß lief. Der ehemalige Premierminister Kanadas und die weltberühmte Sängerin wurden gemeinsam in einem Lokal in Motreal gesehen. Ob da was läuft? Bleibt abzuwarten. © Andy Kropa/Frank Gunn/dpa/Canadian Press/AP
Jacinda Ardern und Clarke Gayford
Jacinda Ardern und Clarke Gayford: Die ehemalige Premierministerin von Neuseeland und der TV- und Radio-Moderator lernten sich 2012 kennen. 2024 folgte die Hochzeit. © DAVID ROWLAND / IMAGO
Fürst Rainier III. von Monaco und Grace Kelly
Fürst Rainier III. von Monaco und Grace Kelly: Der Royal und die US-Schauspielerin lernten sich 1955 kennen. 1956 folgte die Hochzeit. Die Liebesgeschichte endete tragisch: Grace Kelly verstarb 1982 bei einem Autounfall. © IMAGO / piemags
Prinz Harry und Meghan Markle
Prinz Harry und Meghan Markle: Der Briten-Royal-Spross und die Schauspielerin machten ihre Beziehung 2016 öffentlich, heirateten 2018. Dann folgte der „Megxit“, seitdem herrscht angespannte Stimmung zwischen ihnen und der britischen Königsfamilie. Zugegeben: Wirklich politisch ist man als Mitglied des Königshauses in Großbritannien nicht mehr zwangsläufig. Die Königsfamilie gilt als politisch neutral, übt eher „symbolische“ Macht aus. © Yaroslav Sabitov / dpa
Fürst Albert II. und Fürstin Charlene von Monaco
Fürst Albert II. und Fürstin Charlene von Monaco: Das Staatsoberhaupt von Monaco und die ehemalige südafrikanische Olympia-Schwimmerin sind seit 2011 verheiratet. © Christophe Petit-Tesson / dpa
John F. Kennedy und Marilyn Monroe
John F. Kennedy und Marilyn Monroe: Immer wieder gab es Gerüchte über ein angebliches Verhältnis der Schauspiel-Diva mit dem damaligen US-Präsidenten und dessen Bruder Robert. Bestätigt wurde etwaiges aber nie. © IMAGO / ZUMA Press Wire + IMAGO / Capital Pictures

Merz formulierte auch einen eindringlichen Wunsch für die Zukunft: „Dass jüdisches Leben in Deutschland eines Tages wieder ohne Polizeischutz auskommt. Wir dürfen uns daran nicht gewöhnen, dass dies nun schon seit Jahrzehnten offenbar notwendig ist“. Mit Nachdruck versicherte der Kanzler: „Ich sage von dieser Stelle aus deshalb jeder Form des alten und des neuen Antisemitismus in Deutschland namens der gesamten Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland den Kampf an.“

Söder verurteilt linke Kulturszene: Bayerns Ministerpräsident spricht von „frecheren“ Antisemitismus

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war bei der Wiedereröffnung der Synagoge anwesend. Er verurteilte einen immer „frecheren“, radikaleren und offeneren Antisemitismus. Das sei gerade in der linken Kulturszene zu spüren, die eigentlich für sich in Anspruch nehme, für Freiheit und Toleranz zu sein. Das sei erschreckend.

Kritik am Staat Israel nannte Söder zulässig, diese werde auch im Land selbst geübt, zum Teil heftig. Aber es sei die einzige Demokratie im Nahen Osten, mit der man Werte wie Freiheit teile und die Partner für die westliche Welt bleiben müsse. Mit Blick auf den Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 warnte Söder davor, zu vergessen, wer angegriffen worden sei. Israel werde rundum bedroht und es sei beeindruckend, wie sich das Land zur Wehr setzen konnte.

Gleichzeitig sei man besorgt um die humanitäre Situation im Gaza-Streifen, so Söder. Er sei aber sicher: Wenn die Hamas ihre Waffen abgebe und die Geiseln freilasse, sei morgen Frieden. Wenn Israel seine Waffen abgebe, drohe das nächste Massaker. (Quellen: dpa; tkip)

Rubriklistenbild: © Leonie Asendorpf/dpa

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