Arbeiten für Umfahrung liegen im Zeitplan

Tunnel Oberau: Künftige B2 entsteht, spannend wird’s mit der Technik

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Die künftige Bundesstraße im Süden nimmt Formen an. Für die Arbeiten war eine Fahrbahn gesperrt.
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Gute Nachrichten von der Umfahrung Oberau: Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Der Bau der Straße ebenso wie der Brücke. Viel passiert, wovon Autofahrer nichts mitbekommen.

Oberau – Man muss Josef Seebacher die Frage gar nicht erst stellen, er schickt die Antwort gleich voraus: Sperrungen stehen nicht an, daran hat sich nichts geändert. Offenbar kann der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern nachvollziehen, dass Autofahrer diese Sorge umtreibt. Zum einen, weil sie Leid erprobt sind, was Sperrungen auf der Bundesstraße 2 zwischen Oberau und Autobahnauffahrt angeht. Während Rodungsarbeiten im Zuge des Tunnelbaus kam es dort im März zu langen Staus. Zum anderen, weil sich die Arbeiten nicht mehr nur auf den Tunnel und sein direktes Umfeld am Südportal beziehen. „Wir kommen in B2-Nähe.“ Heißt: Jeder Verkehrsteilnehmer erahnt bereits die künftige Bundesstraße, die im Süden zwischen Bahnlinie und der bestehenden Fahrbahn entsteht. In Richtung München verlief der Verkehr deshalb vorerst für ein paar Tage einspurig. Behinderungen also gibt es bereits, Sperrungen noch keine. Große Staus blieben bislang aus. Alles läuft reibungslos.

Für Seebacher und alle am Großprojekt Beteiligten ist ein anderer Bauabschnitt spannender. Einer, von dem Außenstehende kaum etwas mitbekommen werden: der Einbau der überaus komplexen Technik, die vor allem der Sicherheit dient. Ohne sie wird der Tunnel nicht freigegeben. Im zweiten Halbjahr 2021 soll der Probebetrieb starten, Ende des Jahres wollen die Verantwortlichen die Umfahrung eröffnen. Seebachers gute und für die Verantwortlichen wohl wichtigste Nachricht: Die Arbeiten liegen im Zeitplan.

Betriebs- und Verkehrstechnik

Hunderte Kilometer an Kabel werden verlegt, zahllose Sensoren verbaut, die Brände und Unfälle erkennen sollen. „Viel Zeit“, sagt Seebacher, wird diese sicherheitstechnische Ausstattung in den Tunnelröhren kosten, die strengsten Vorschriften unterliegt. Anfang nächsten Jahres werden die Experten damit starten. Die entsprechende technische Ausstattung der Betriebsgebäude hat bereits begonnen. Ein wichtiger Punkt, ebenfalls Bestandteil des Sicherheitskonzeptes, ist die Verkehrstechnik. Sie startet im Herbst. Dann werden Fundamente angebracht für Schilderbrücken, also Trägersysteme für Verkehrszeichen, sowie für die Höhenkontrollen.

Tunnel

Die Betoninnenschale des Tunnels ist in beiden Röhren fertig – schneller als gedacht. Derzeit bauen die Arbeiter unter anderem Entwässerungseinrichtungen ein. In den kommenden Wochen errichten sie die Lüftungstrennwand am Nordportal. Dann wird die Baustelle dort langsam freigeräumt, Container, Gerätschaften und Material verschwinden nach und nach. Die Fahrbahn wird gegen Ende des Jahres eingebaut. Anschließend folgt die Beschichtung der Tunnelwände.

Brücke

Eindrucksvoll präsentiert sich die Brücke am Südportal, unter die künftig die neue B2 führt. Spätestens ab Sommer 2020 wird der Verkehr über die Rampe geleitet. Das sollte zu schaffen sein. Seebacher zufolge ist sie, kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen, bereits im Herbst fertig. Mitte Juli wurde sie betoniert, derzeit wird die Vorspannung aufgebracht.

Strecke

Bald startet am Südportal der Bau von Entwässerungseinrichtungen. Das Betriebsgebäude wird hinterfüllt, ein Damm aufgeschüttet. Im Herbst startet zudem der Bau des nördlichen Regenrückhaltebeckens.

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